Ökologisch Kaffee trinken Ökologisch Kaffeetrinken - so geht es

Welches Gerät?

Das Öko-Institut hat verschiedene Möglichkeiten der Kaffeezubereitung hinsichtlich ihrer Umweltbilanz ausgewertet und kommt zu folgendem Ergebnis: "Am besten schneiden Durchdrückkannen ab", sagt Quack, also Kaffeezubereiter, die meistens unter dem Namen French Press laufen. Allerdings nur unter zwei Bedingungen: Man erhitzt nur so viel Wasser wie nötig und schüttet keinen Kaffee weg, sondern verbraucht ihn komplett. Weil man mit einer French Press aber keine halben Portionen machen kann (zumindest schmecken die dann nicht besonders gut), ist es wichtig, sich die Kanne von vornherein in der richtigen Größe zu kaufen.

Meine Lösung: Eine Caffettiera und frisch gemahlener Kaffee.

(Foto: iStockphoto)

Kaffee aus der French Press mag ich nicht so gerne - ich bin Espresso-Trinkerin. Wären italienische Espressokannen eine Alternative? "Nur wenn die Herdplatte nicht zu groß ist", sagt die Expertin vom Öko-Institut. Da die Kaffeekännchen recht klein sind, heizt die Herdplatte drumherum die Luft. Das ist gar nicht ökologisch.

Also eine Siebträgermaschine oder ein Vollautomat? Das sind meistens teure, große Geräte, deren Herstellung in der Ökobilanz viel mehr zu Buche schlägt als die eines Kännchens. Sie lohnen sich nur, wenn in einem Haushalt über mehrere Jahre viel Kaffee getrunken wird und der am liebsten portionsweise. EcoTopTen vergleicht einige Maschinen hier bezüglich Kosten und Stromverbrauch und gibt den wichtigsten Tipp dazu: Maschinen immer ausschalten, nicht auf Stand-By lassen.

Ich bin in meiner Familie allerdings die einzige, die Kaffee trinkt und entscheide mich daher für eine winzige Zwei-Portionen-Cafettiera - zurück zu den Wurzeln, irgendwie, denn so eine hatte ich schon mal. Sie ist mir aber verschimmelt, weil ich sie immer erst vor der nächsten Benutzung gereinigt habe. Und manchmal vergessen. Jetzt werde ich disziplinierter, nehme ich mir vor. Und damit der Herd nicht umsonst heizt, kaufe ich ein Kännchen mit integrierter Heizplatte, die ich an den Strom anschließen kann. Für Gäste habe ich mir noch eine große Espressokanne angeschafft und damit ich den Kaffee als Bohnen kaufen kann, gibt es noch eine kleine Kaffeemühle dazu. Elektrisch, denn ein bisschen bequem will ich's immer noch haben.

Welcher Kaffee?

Dafür kann ich nun den teuersten Kaffee kaufen - und spare immer noch Geld. Hochgerechnet kommt ein Kilo Kapselkaffee nämlich auf 50 bis 80 Euro. Im Supermarkt kostet ein Kilo Bohnen der Marke, die mit den meisten Siegeln aufwarten kann- bio! fairtrade! - 26 Euro. Doch nun, wo ich von den Kapseln weg bin, will ich noch mehr Verpackung sparen und lasse mir meine Bohnen direkt beim Kaffeeröster in die mitgebrachte Blechdose füllen. Fairtrade gibt es hier nicht, aber immerhin Bio. Preis: Zwölf Euro. Verpackung: Null. Ich bin stolz - und werde mir als nächstes den Coffee-to-go abgewöhnen. Denn auch damit produziere ich jede Menge Müll.

Drei Tipps zum Nachmachen:

  • Verpackung sparen: Kaffeebohnen in mitgebrachte Behälter füllen lassen statt Unmengen an Kapseln wegwerfen.
  • Ressourcen sparen: Nie mehr Kaffee zubereiten als getrunken wird. Kaffeekannen daher gleich in der richtigen Größe kaufen.
  • Strom sparen: Vollautomaten oder Siebträgermaschinen sind für Haushalte, in denen viel und portionsweise Kaffee getrunken wird, eine ökologische Option - aber nur, wenn sie nach jeder Benutzung ausgeschaltet werden.
Müll So viel Müll wie noch nie

Abfall in Deutschland

So viel Müll wie noch nie

Coffee-to-go, Tiefkühl-Pizza, Amazon-Pakete: Deutsche produzieren so viel Verpackungsmüll wie nie zuvor.