Aufregung um Billa-Produkt Nackte Bananen sind erst der Anfang

Eigentlich ist die Banane in der eigenen Schale gut verpackt. Die Supermarktkette Billa wollte es noch besser machen und hat sie geschält, in Folie eingeschweißt - und damit einen Aufschrei im Netz ausgelöst. Doch das nackte Obst des österreichischen Warenhauses ist nicht das Schlimmste, was man sich an Verpackungsexzessen vorstellen kann.

Sie liegen da kuschlig zusammen, nackt und dicht an dicht, mal zu zweit, mal zu dritt: Geschälte Bananen, in Folie verpackt. Das Handyfoto aus einer Filiale der österreichischen Supermarktkette Billa hat in den vergangenen Tagen für heftigen Aufruhr im Netz gesorgt und es mittlerweile sogar in das US-Tech-Blog Gizmodo geschafft.

Die Kommentare auf Facebook reichten von "Aua!" und "Ich glaub' es nicht" bis "Gibt's die Schale bei 'Scherzartikel' extra?". Insgesamt dominierte aber das Entsetzen angesichts des Auspackens und anschließenden Neu-Verpackens. Bei Twitter finden sich unter anderem unter dem Hashtag #nakedbanana zahlreiche Beiträge zum Thema.

Billa hat inzwischen für Aufklärung gesorgt und der Shitstorm sich einigermaßen beruhigt. Die Bananen seien "vermutlich auf Eigeninitiative" in einer Filiale so verpackt worden, teilt der zu Rewe gehörende Konzern auf seiner Facebook-Seite mit. Grundsätzlich begrüße man derlei Engagement der Mitarbeiter zwar, doch dieses Beispiel zeige, "dass wir das Thema Nachhaltigkeit noch intensiver direkt an unsere Mitarbeiter vermitteln müssen".

Die Idee mit den verpackten Bananen ist allerdings nicht das ausschließliche geistige Eigentum eines umtriebigen Billa-Obstverkäufers. Unter dem Gizmodo-Artikel postete ein aufmerksamer Leser den Link zu einem Bericht der Daily Mail. Das britische Blatt zeigte schon im vergangenen Jahr Bilder von zwar ungeschälten, dafür einzeln abgepackten Bananen. Mit dem Audruck "New! Sealed for Freshness", warb die Firma Del Monte damals für die fragwürdige Doppelverpackung. Auch in Deutschland verpacken viele Supermärkte Bio-Bananen in Plastikfolien.

Immer wieder überwindet der Verpackungswahn vermeintliche Grenzen. Kaffee, einzeln verpackt für jede Tasse, ist da noch fast umweltfreundlich. Inzwischen liegen längst fünf abgepackte Ananasscheiben in der Kühltheke, das eine Glas Wein für den Abend steht fertig befüllt im Supermarktregal und Säuglingsmilch wird aufwendig in Plastik eingeschweißt für den hochmodernen Säuglingsmilchzubereiter. Es gibt Eiweiß und Eigelb getrennt im Tetrapak zu kaufen und zwei Mangos in der Plastiktüte vereint. Doch ist das schon alles, was die Fantasie der Verpacker hergibt? Wir hätten da noch ein paar Vorschläge:

[] M&M's, einzeln verpackt, für die figurbewusste Konsumentin im Tablettenstreifen eingeschweißt.

[] Einmalzahnbürsten für den Hausgebrauch in der hygienischen Einzelverpackung. Im Zehnerpack aus Kunststoff.

[] Spaghetti vorportioniert, vier abgepackte 125-Gramm-Portionen pro Packung.

[] Trauben entkernt und dutzendweise abgepackt.

[] Eiswürfel, fünf Stück pro Packung. In größeren Mengen schmilzt das Zeug immer so schnell.

[] Wegwerf- statt Prepaidhandys. Zehn Euro integriertes Gesprächsguthaben, unaufladbar und unrecyclebar. Ein Traum für kontrollbewusste Eltern und Entführer.

[] Ein Kuchenstück, einzeln verpackt, tiefgefroren oder vakuumiert. Die Weiterentwicklung des Fertigkuchens - wer will auch gleich den ganzen Kuchen essen.

Fallen auch Ihnen gruselige Verpackungsutopien ein? Wir freuen uns auf weitere Ideen.

Das Prinzip "weniger ist weniger"

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