Liam Gallagher wird Designer:Das Outfit zur Musik

Lesezeit: 2 min

Die Britpop-Band Oasis ist nicht gerade für innovative Musik bekannt. Nun macht Frontmann Liam Gallagher auch noch Mode. Ob er das besser kann?

Ulrike Bretz

Liam Gallagher mag es gerne einfach. Er ist ein Kind der Arbeiterklasse von Manchester, er trinkt gerne, er prügelt sich auch mal, er lebt exzessiv und er macht Rockmusik. Und er steht dazu, ein wandelndes Klischee zu sein.

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Die Fans sind begeistert: Oasis-Sänger Liam Gallagher bringt mit "Pretty Green" seine eigene Modelinie auf den Markt. Nun ist es ganz einfach, so auszusehen wie das große Idol.

(Foto: Foto: Pretty Green)

Nun hat der 36-jährige Brite ein eigenes Modelabel namens "Pretty Green" gegründet. Auch dafür gibt es eine einfache Erklärung, und die liefert Gallagher selbst. Wie immer findet er klare Worte: "Der Grund, warum ich das tue, ist: Ich liebe Klamotten. Ich mache Klamotten, die ich mag. Wenn die Leute sie mögen, cool. Wenn nicht, dann eben nicht."

Schließlich entwirft er die Sachen hauptsächlich für sich selbst: "In den Läden gibt es zu wenig Klamotten, die ich mir selbst kaufen würde". Und das soll sich jetzt ändern.

"Fuck" ist dann das häufigste Wort, das im Promo-Video zum Start der ersten Kollektion fällt. Von den unspektakulären Entwürfen ist in den Schwarzweißvideos nicht viel zu sehen. Dafür umso mehr von Mr. Gallagher selbst.

Gefilmt wurde in Brighton - dem Schauplatz des Kultfilms "Quadrophenia" aus dem Jahr 1979. Wie damals sein Filmheld Phil Daniels hängt Gallagher sehr cool und rebellisch am Strand herum, lässt sich mit Parka und Roller fotografieren - den Insignien der Mod-Kultur der sechziger Jahre, die in "Quadrophenia" gefeiert wurde.

"Die Mods", sagt Gallagher, "die sahen immer cool aus. Ich habe den Film gesehen und fuhr sofort drauf ab. 'Quadrophenia' ist ein großer Teil meines Lebens und wird es immer sein."

Bisher musste Gallagher den wenig innovativen Mod-Style auf Flohmärkten und in Secondhand-Läden zusammensuchen oder bei Labels wie Ben Sherman oder Fred Perry einkaufen gehen. Wie alle anderen Anhänger dieser Stilrichtung auch, bei der die Farben des Union Jack, schmal geschnittene Anzüge und Hemden und die Kokarde der Royal Air Force eine wichtige Rolle spielen.

Mod-Sein ist nicht so schwierig, wenn man wie Gallagher genau weiß, wie man am Ende aussehen will: ebenso wie Stil-Ikone Paul Weller, der "Modfather" himself.

Genauso einfach ist auch die Mode von Gallagher. Es gibt, da unterscheidet sie sich nicht großartig von Sherman und Perry, vier Farben - Rot, Blau, Weiß und Schwarz. Wahlweise als T-Shirt, Polo-Shirt, Sweat-Shirt, Jacke, Schal. Und den obligatorischen grünen Parka gibt's natürlich auch. Über allem strahlt ein riesiges Logo: "Pretty Green", in schnörkeliger Sechziger-Jahre-Schrift. Alles schon mal dagewesen.

Mit Ökomode hat der Name des Labels indes nichts zu tun - "Pretty Green" ist ein Song von Paul Wellers Band The Jam. Bei seiner Mode ist es also wie bei seiner Musik: Gallagher kopiert. The Jam kopieren The Who, Oasis kopieren The Jam und die Fans kopieren, dank "Pretty Green", Oasis. Und irgendwann sehen dann alle aus wie Liam Gallagher. Oder Paul Weller. So einfach ist das.

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