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Leute - Münster:Münsteraner wird Poker-Weltmeister

Las Vegas (dpa) - Erstmals seit 2011 hat Deutschland wieder einen Poker-Weltmeister. Hossein Ensan aus Münster gewann in der Nacht zum Mittwoch in Las Vegas in den USA die World Series of Poker (WSOP) und strich ein Preisgeld von zehn Millionen Dollar (rund 8,9 Millionen Euro) ein, wie die Veranstalter mitteilten. Der 55-Jährige setzte sich in einem rund vier Stunden dauernden Finale gegen den italienischen Profi Dario Sammartino (32) durch, der mit sechs Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) nach Hause geht.

Ensan feierte nach dem Sieg mit vielen mitgereisten Fans und Freunden in der US-Spielermetropole. "Das ist das beste Gefühl meines Lebens", sagte er. "Ich bin so glücklich, dass ich hier bin." Strategie sei sehr wichtig beim Pokern, erklärte er. Es brauche aber auch gute Karten und Glück. Um Können gehe es nicht so sehr.

Sammartino dagegen lobte Ensan überschwänglich. Ensan spiele sehr gut. "Er ist wirklich tough", sagte Sammartino. "Er ist wirklich ein feiner Kerl. Ich habe ihn vor langer Zeit kennengelernt. Wir sind Freunde. (...) Ich freue mich sehr für ihn." Selbstverständlich habe er selbst gewinnen wollen, betonte der Italiener. "Aber er ist der Gewinner. Also: Bravo!"

Nach Pius Heinz, der das Turnier 2011 im Alter von 22 Jahren gewonnen hatte, ist Ensan erst der zweite deutsche Poker-Weltmeister. Neben dem Preisgeld erhielt er das begehrte goldene Armband - vergleichbar mit dem WM-Pokal beim Fußball.

Ensan hat in den vergangenen Jahren an diversen Poker-Turnieren teilgenommen. Der Sieg in Las Vegas ist für ihn die Krönung. Er wurde im Iran geboren und lebt seit etwa 30 Jahren in Deutschland. Ensan ist verheiratet und hat eine Tochter. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben", sagte Ensan in einem Interview vor der Schlussrunde des Turniers. Bei dem Finale trug er T-Shirt und Turnschuhe. Sein Gegner Sammartino saß in einem schwarzen Anzug mit ihm am Tisch.

An dem prestigeträchtigen Pokerturnier in Las Vegas hatten nach Angaben der Veranstalter fast 8600 Spieler teilgenommen. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von mehr als 80 Millionen Dollar (rund 71 Millionen Euro) verteilt. Das Turnier begann bereits am 3. Juli und zog sich über zwei Wochen hin. Ensan sei der älteste Weltmeister in 20 Jahren Turniergeschichte, hieß es weiter. 1999 hatte ein 61-Jähriger gewonnen.