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Freizeit - Hamburg:Mehrere Hamburger Bäder bis zum Nachmittag geschlossen

Hamburg (dpa/lno) - Ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat am Freitag zeitweise die meisten Schwimmbäder in Hamburg lahmgelegt. Bis zum zuvor angekündigten Streikende um 15 Uhr waren zehn Bäder geschlossen, teilte ein Bäderland-Sprecher mit, dazu ein weiteres wegen Wartungsarbeiten und sämtliche Freibäder wegen schlechten Wetters. Offen blieben lediglich acht Schwimmbäder, quer über die Stadt verteilt.

Hintergrund für den Warnstreik sind laufende Tarifverhandlungen, die am Montag in die zweite Runde gehen sollen. Die Gewerkschaft wirft Bäderland vor, weniger zu zahlen als in der Branche üblich ist. In anderen Bädern würden Bademeister bis zu 400 Euro monatlich mehr verdienen. Auch der städtische Mindestlohn von zwölf Euro werde nicht erreicht. Viele Beschäftigte müssten sich mit Zweitjobs über Wasser halten und könnten auch wegen des Personalmangels Überstunden nicht abbauen oder freie Tage nehmen.

Das Unternehmen Bäderland bedauerte die Aktion und wies die Vorwürfe von Verdi zurück. Man habe in der ersten Tarifverhandlungsrunde ein Angebot von insgesamt 5,5 Prozent über 30 Monate vorgelegt. "Wir können nicht erkennen, warum ein solcher Schritt aus Gewerkschaftssicht notwendig erscheint", sagte ein Sprecher. Das Unternehmen veröffentlichte auf seiner Webseite eine Liste mit offenen Bädern.

Von der Schließung der Bäder waren mehrere tausend Hamburger betroffen, wobei sich das auch wegen der Ferienzeit nicht genau beziffern lässt. Insgesamt zählen die Hamburger Bäder im Jahr rund 4,4 Millionen Besucher.