Expertentipps zur Erziehung:Wie Kinder Karies bekommen

Zähneputzen im Wohnzimmer? Da geht doch bestimmt was daneben ...

Ein erbsengroßer Zahnpastaklecks reicht aus, ihren Speichel können die Kinder in einen Becher spucken. Und Wasser zum Ausspülen brauchen sie nicht, denn sie sollten sowieso nicht nachspülen. Wenn das Fluorid aus der Pasta direkt an den Zähnen bleibt und nicht größtenteils abgewaschen wird, schützt es deutlich besser vor Karies.

Damit Kinder gar nicht erst Karies bekommen, sollen sie immer eigene Löffel bekommen. Wieso eigentlich?

Karies ist eine Infektionskrankheit, die Bakterien werden im Speichel übertragen - auch wenn Eltern den Schnuller oder Löffel ablecken und dann weiterreichen. Die Mundhöhle des Kleinkindes ist noch kaum mit Bakterien besetzt. Je älter die Kinder sind, desto mehr gute Bakterien haben sich im Mund angesiedelt, so dass für die Karieserreger einfach weniger Platz ist. Daher sollten auch die Eltern auf eine gute Prophylaxe bei sich selbst achten: Haben sie weniger Kariesbakterien im Mund, ist die Ansteckungsgefahr geringer.

Die Vorsätze sind meist gut, aber wenn die Kinder abends übermüdet sind, erlassen viele Eltern schon mal das Zähneputzen. Wie sehr schadet das?

Wenn es eine Ausnahme bleibt, bekommt man von einmal Nichtputzen keine Probleme. Aber die Kinder müssen ja verinnerlichen, wie wichtig das Ritual des Zähneputzens morgens und auch abends ist. Also sollte man es nicht zu oft ausfallen lassen. Und lieber die Kinder bald nach dem Abendessen zum Zähneputzen schicken, bevor sie vor Müdigkeit nicht mehr können. Danach dürfen sie dann noch eine halbe Stunde spielen - und nicht umgekehrt.

Dr. Jutta Hübner ist ausgebildete Kinderzahnärztin und hat ihre Praxis in Neuried bei München. Dort zaubert sie gemeinsam mit den kleinen Patienten den Behandlungsstuhl erst einmal in die richtige Position, bevor sie die Milchzähne zum "Glitzern" bringt.

Es ist doch wirklich kein Problem, sich morgens und abends die Zähne zu putzen, denken Eltern. Doch, das ist es, denken die Totalverweigerer unter den Kindern. Und halten zweimal am Tag die Klappe. Hier lesen Sie die Erziehungskolumne "Kinder - der ganz normale Wahnsinn".

© Süddeutsche.de/dd
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