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Familien:Auch kurze Elternzeit verändert das Verhalten von Vätern dauerhaft

Elternzeit-Väter machen später auch mehr im Haushalt

36 Prozent der deutschen Väter gehen in Elternzeit.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)
  • Immer mehr Väter nehmen Elternzeit in Anspruch. Wie eine Studie darlegt, hat dies langfristige Effekte auf das Verhalten von Vätern in Familie und Haushaltsführung.
  • Väter, welche die ihnen zustehende Jobpause nutzen, wenden dauerhaft mehr Zeit auf, um mit ihren Kindern zusammen zu sein oder Aufgaben im Haushalt zu erledigen.
  • Dieser langfristige Effekt sei selbst dann zu beobachten, so die Forscher, wenn die in Anspruch genommene Elternzeit nur zwei Monate betragen habe.

Es ist längst keine Besonderheit mehr: Mittlerweile nimmt etwa jeder dritte Vater in Deutschland das ihm zustehende Recht auf Elternzeit wahr - mit langanhaltenden, positiven Folgen für das familiäre Zusammenleben, wie eine aktuelle Studie herausstellt. So verbringen Väter, die Elternzeit in Anspruch genommen haben noch Jahre später mehr Zeit mit ihren Kindern. Selbst dann, wenn die in Anspruch genommene Zeitsspanne nur kurz war. Auch die Effekte auf die Aufteilung der Hausarbeit zwischen den Elternteilen sind lang anhaltend, wie das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen in seiner aktuellen Studie aufzeigt.

Nach ihrer Elternzeit verbringen Väter demnach in den ersten sechs Lebensjahren des Kindes am Wochenende täglich rund eineinhalb Stunden mehr mit ihren Söhnen und Töchtern als Väter, die durchgehend gearbeitet haben. Zudem übernehmen die Väter, die Elternzeit genommen haben, täglich eine halbe Stunde mehr Arbeit im Haushalt. Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten des Sozio-oekonomischen Panels aus, einer repräsentativen Wiederholungsbefragung von mehr als 12 000 Privathaushalten in Deutschland, die seit 1984 durchgeführt wird.

In einem Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der Verfasser der Studie, Marcus Tamm: "Auch wenn das meistens nur zwei Monate sind, verändert es langfristig die Rolle, die der Vater in der Familie hat." Für die Studie haben die Forscher das Verhalten von Vätern verglichen, die vor und nach der Einführung des Elterngeldes 2007 Kinder bekommen haben. Daher sei der Effekt vermutlich nicht darauf zurückzuführen, dass Elternzeit-nehmende Väter sich ohnehin mehr in der Familie engagieren, erklärte Tamm. "Wir sehen bei denselben Vätern Unterschiede zwischen dem ersten Kind, bei dem sie keine Elternzeit genommen haben, und dem zweiten, bei dem sie mindestens zwei Monate genommen haben", sagte der Forscher.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte den Funke-Zeitungen, Väter, die in Elternzeit gingen, hätte nicht nur eine engere Bindung zu ihren Kindern. Sie ermöglichten es auch den Müttern, sich wieder mehr um ihren Beruf zu kümmern. "Wir haben mit dem Elterngeld einen gesellschaftlichen Wandel erreicht", betonte die Ministerin. Das belegten auch die Zahlen: Zum Start 2007 hätten sich gerade einmal drei Prozent der Väter dafür entschieden, mit ihrem Kind zu Hause zu bleiben.

© SZ.de/epd/pvn/eca
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