Der Entdecker von Daniela Katzenberger Fleischgewordener Mädchentraum

Daniela Katzenberger ist die Projektionsfläche eines neuen deutschen Mädchentraums, der verheißt, man könne aus irgendeinem Nichts heraus berühmt und womöglich Millionärin werden - einfach so, ohne den Umweg über die Tellerwäscherei, in der es einem die Strasssteinchen von den Nägeln spült. Katzenberger wird bewundert, weil sie ist, wie sie vielleicht wirklich ist - und weil dies zwar nicht viel ist, aber für sehr viel reicht. Sie ist wie die Freundin aus dem Programm von Mario Barth: ein bisschen tussig, bauernschlau, nicht unsympathisch - irgendwie lebensleicht, keinesfalls sinnlich.

Bernd Schumacher, der Entdecker der "Katze". Der Geschäftsführer der Leipziger 99pro Media GmbH hatte kürzlich in der Bunten gesagt, er wolle "Daniela auf keinen Fall totreiten, bevor das junge Pferd so richtig erfolgreich ist".

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Es gibt Mädchen, die wollen nicht Ärztin oder Anwältin werden, sondern Katzenbergerin. Das Fernsehen ändert Rollenbilder, und wohin das führen kann, ist im Koslik zu sehen. Das Basswummern wird nur vom nervösen Hacken der Pfennigabsätze durchstochen. Überschminkte Mädchen schicken der Jury gelangweilte Blicke, weil sie das so im Fernsehen gelernt haben. Nach zwei Laufrunden sind drei Kandidatinnen übrig: Jessica (Nr. 15 und "glücklich"), Julia (Nr. 21, "überwältigt"), Angelina (Nr. 4, "freu mich total"). Dabei gibt es eigentlich nicht viel mehr zu gewinnen als ein Cover-Shooting für ein Leipziger Stadtmagazin, Format A6. Andererseits: Das Fernsehen ist da, und jeder hat mal klein angefangen, aber nicht alle sind es geblieben. Siehe Katzenberger, und siehe auch: Bernd Schumacher.

Bis "der Stoff Katzenberger" kam, sagt Schumacher, sei er "ein klassischer Fernsehproduzent" gewesen. Plötzlich aber wollten Veranstalter diese Frau für Auftritte bei Partys buchen, und Dirndl-Hersteller wollten sie im Dirndl fotografieren. Der Produzent wurde zum Agenten und stellt sich seit einer Weile die Frage: "Wie entwickelt man das Produkt, das mit dem Menschen möglich ist?"

Möglich ist eine Menge: Schumacher ist einer von zwei Geschäftsführern jener spanischen Gesellschaft, die das Café Katzenberger betreibt. Er hat 100.000 Euro Risikokapital investiert und einen zweiten Geschäftsführer gefunden: Martin Koslik, Betreiber der gleichnamigen Bar in Leipzig. So funktioniert die Systemtheorie nach Schumacher: Das Café sei "eine Bombe, es trägt sich hervorragend selbst" - und es ist gleichzeitig Gegenstand eines Fernsehprogramms, an dem Schumacher verdient und von dessen Ausstrahlung wiederum das Café profitiert und damit wiederum und nochmals Schumacher. Alles hängt mit allem zusammen, und noch mehr ist möglich, denn: "Die professionelle Phase kommt erst noch, im Jahr 2011."

Vor ein paar Wochen hat Bernd Schumacher in der Bunten gesagt, er wolle "Daniela auf keinen Fall totreiten, bevor das junge Pferd so richtig erfolgreich ist". Man darf diesen unfassbaren Satz als Arbeitsauftrag für RTL Interactive lesen, den Merchandising-Partner der RTL Gruppe. Er hat Schumacher angeboten, das Warenzeichen von Katzenberger zu lizenzieren. In diesem Logo erschwingt sich ein K aus dem Schwanz einer rosa Katze, und diese Katze soll jetzt so richtig schnurren. Kosmetik, Bekleidung, Schmuck. Am Ende wird abgerechnet. "Daniela kriegt einen großen Teil, wir kriegen einen kleinen Teil, und RTL Interactive kriegt einen kleinen Teil", sagt Schumacher.

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