Buchvorstellung:Intime Gespräche mitgehört in der Straßenbahn

Geld, Liebe, Eifersucht - darüber reden Menschen öffentlich in der Bahn. Der Autor Erkan Dörtoluk hört seit Jahren zu und schreibt mit. Eine Sammlung witziger, zuweilen erschreckend absurder Dialoge ist nun als Buch erschienen.

Von Bianca Hofmann

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Quelle: Illustration Jessy Asmus/SZ.de

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Morgens in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit: Eigentlich möchte man nur in Ruhe die Zeitung lesen oder Musik hören, aber die Frau am Fenster übertönt mit ihrem Telefonat alles. Sie lästert - über den Chef, die Kunden, den Kleidungsstil einer Kollegin. Und man wünscht sich einfach nur, dass sie endlich auflegt.

Momente wie diese haben Erkan Dörtoluk bekannt gemacht.

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Quelle: Illustration Jessy Asmus/SZ.de

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Der Mediengestalter und Fotograf veröffentlicht seit 2011 skurrile, absurde Gesprächsfetzen auf seinem Twitter-Kanal @rheinbahn_intim.

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Aufgeschnappt hat der gebürtige Aschaffenburger die Dialoge in Straßenbahn, Bus oder Zug. Nun sind sie unter dem Titel "Du hast mir das Kind gemacht, nicht ich: Mitgehört im Öffentlichen Nahverkehr" als Buch erschienen.

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Die Dialoge bilden ab, was Menschen bewegt - vor allem die jüngeren. Der 43-Jährige will seine Leser unterhalten, aber auch zum Nachdenken bringen.

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"Oberflächlich betrachtet sind die Gespräche lustig, aber oft sind sie auch erschreckend - erschreckend nah an der Realität." Da bleibe dem Leser schon mal das Lachen im Halse stecken.

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Quelle: Illustration Jessy Asmus/SZ.de

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Der Sohn türkischer Eltern kritisiert, dass viele Menschen im Internet einerseits Privatsphäre fordern, andererseits jedoch in die Bahn steigen und dort freiwillig intime Details offenbaren.

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Dörtoluk hört Dinge, die man niemals auf Facebook preisgeben würde. "In Bussen und Bahnen bekommt man sie aufs Brot geschmiert."

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Bei dem, was Dörtoluk selbst als Einsammeln von "akustischem Fallobst auf den Wiesen des ÖPNV" bezeichnet, fällt auf: Egal wie alt die Menschen sind, egal ob arm oder reich, die Themen sind immer ähnlich - und das beliebteste ist die Fortpflanzung.

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Quelle: Illustration Jessy Asmus/SZ.de

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Mitunter wird es auch ziemlich emotional, besonders wenn Beziehungsgespräche geführt werden. Doch wie absurd die Gesprächsthemen auch immer sein mögen, Dörtoluk bildet sich kein Urteil über die Menschen, die er belauscht.

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Quelle: Illustration Jessy Asmus/SZ.de

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Dennoch fühlt er sich verbunden mit den Personen, deren Worte er mit sich nimmt und in die Öffentlichkeit trägt. Damit sich seine Leser die Gesprächssituation besser vorstellen können, erfindet Dörtoluk für jede Person, deren Sätze er veröffentlicht, einen Namen und schätzt ihr Alter. "Nur so entsteht ein Bild im Kopf des Lesers", sagt der 43-Jährige. Ohne diese Details bleibe es eine Skizze.

Cover Erkan Dörtoluk

Quelle: Piper Verlag

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Die Zitate wurden dem Buch "Du hast mir das Kind gemacht, nicht ich: Mitgehört im öffentlichen Nahverkehr" von Erkan Dörtoluk entnommen, erschienen im Piper Verlag.

© SZ.de/biho/vs
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