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Zum Tod von Brittany Murphy:Ein kleines Stück Sonnenschein

Ein Hollywood-Star, der mit 32 Jahren an Herzversagen stirbt: Filmindustrie und Fans rätseln über den Tod von Brittany Murphy.

Christina Maria Berr

Hollywood trauert. Am Sonntagmorgen starb eine 32-Jährige unter bislang ungeklärten Umständen; das Herz blieb stehen. Es endete die vielversprechende Karriere einer Frau, deren Filmographie auf enge Kontakte zu den ganz großen Stars der Filmindustrie schließt.

Brittany Murphy

Talentiert und wunderschön: Brittany Murphy

(Foto: Foto: dpa)

Brittany Murphy war in Durchgeknallt (1999) und Sag kein Wort (2001) zu sehen. 2002 spielte sie die Freundin des Rappers Eminem in 8 Mile (2002) - in Hollywood wurde gemunkelt, sie sei auch privat dem Musiker sehr verbunden. 2003 spielte sie die junge Braut in der Komödie Just Married. Und im Jahr 2005 hatte sie ihren bedeutendsten Auftritt in dem sinistren FilmSin City.

Beim jüngsten Projekt The Caller allerdings kam es zu Konflikten mit den Machern. Der Internetdienst TMZ behauptet einigermaßen vage, man habe Murphy gefeuert, weil sie sich problematisch verhalten habe. Ihre Familie spricht von kreativen Differenzen. Kompliziert, mit einigen Macken und Kanten, vielleicht sogar zickig und unberechenbar - solche Eigenschaften gehören zu einer Hollywood-Diva wie ihre Filmrollen.

Doch Brittany Murphy zeigte sich auch unsicher, geradezu schüchtern. So gestand sie beim Musiksender MTV, sie habe "ziemliche Angst" gehabt, eine 15-Jährige zu spielen. Doch die Mitschauspielerin Alicia Silverstone, mit der sie damals für den Film Clueless vor der Kamera stand, sei sehr freundlich mit ihr umgegangen. Auch Regisseur Curtis Hanson sagte einmal über sie: "Sie war eine sehr spezielle und verletzbare Person."

So entstand in der Öffentlichkeit das Bild einer empfindsamen-empfindlichen Person, deren Weg in Hollywood vorgezeichnet schien.

Dabei war sie ein Profi im Filmbusiness. Bereits mit zwei Jahren stand Brittany Murphy, die am 10. November 1977 in Atlanta geboren wurde, zum ersten Mal vor der Kamera. Im Alter von neun Jahren hatte sie ihren ersten Theaterauftritt, mit 13 war sie bereits in TV-Spots zu sehen. Nur ein Jahr später hatte sie eine Rolle in der Fernsehserie Drexell's Class. Von da an ging es rasant nach oben. Mit 16 kam der erste Auftritt in einem Spielfilm, in Family Affairs - Mein Vater der Spieler.

Zu richtigem Durchbruch verhalf ihr dann der Film Clueless. Sie war noch nicht einmal volljährig und wurde schon als Leinwandgröße gefeiert. So ist es kein Wunder, dass sie mittlerweile mit zahlreichen Berühmtheiten vor der Kamera stand: Ashton Kutcher hat mit ihr gedreht, Alicia Silverstone, Michael Douglas, Angelina Jolie, Winona Ryder - um nur einige zu nennen.

In Deutschland war sie 2008 zum letzten Mal im Kinofilm Love and Other Disasters zu sehen. Das Werk wird am kommenden Montag vom Privatsender Sat 1 zur besten Sendezeit ausgestrahlt.

Viele ihrer Schauspielkollegen dürfte die Nachricht ihres frühen, unerwarteten Todes schockiert haben. Mittlerweile überschlagen sich Beileidsbekundungen der Hollywoodgrößen. So vermeldete Ashton Kutcher, mit dem sie nach den gemeinsamen Dreharbeiten zuJust Married für einige Monate liiert war, als Erster auf Twitter: "Heute hat die Welt ein kleines Stück Sonnenschein verloren." Und Lindsay Lohan kondoliert, sie "war ein großes Talent und habe ein wunderbares Herz" gehabt. Auch Jessica Simpson beschreibt sie als "unglaublichen Sonnenstrahl" mit einem ansteckenden Lachen.

Zu ihrem italienischstämmigen Vater Angelo Bertolotti hatte sie seit Jahren keinen Kontakt. "Sie war so talentiert", erklärt er.

Über ihren Tod gibt es viele Spekulationen: Waren Drogen im Spiel, hatte sie Diabetes - oder vielleicht eine schwere Grippe? Eine für Dienstag angesetzte Autopsie mit toxologischer Auswertung soll Aufklärung bringen. Sicher sei, dass sie eines natürlichen Todes starb, erklärte der stellvertretende Leiter der Gerichtsmedizin in Los Angeles, Ed Winter.

Bislang weiß man, dass ihre irische Mutter Sharon Murphy Bertolotti, bei der sie zunächst in der Industriestadt Edison in New Jersey und später in Kalifornien aufwuchs, sie am Sonntagmorgen um acht Uhr morgens bewusstlos in ihrem Anwesen in Los Angeles in der Dusche fand. Sofort kam der Notarzt. Doch er konnte nicht mehr helfen - die Schauspielerin starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die Familie selbst gab bisher nur ein kurzes Statement: "Der plötzliche Verlust unserer geliebten Brittany ist eine schreckliche Tragödie", heißt es. Und weiter: "Sie war unsere Tochter, unsere Ehefrau, unsere Liebe und ein funkelnder Stern." Weiter bitten der Ehemann, Drehbuchautor Simon Monjack, und ihre Mutter, man möge die Privatsphäre akzeptieren.

Simon war mit Brittany Murphy, dem verlorenen Stück Sonnenschein, seit Mai 2007 verheiratet.

Im Video: Die 32-jährige Schauspielerin starb am Sonntag in Los Angeles an Herzstillstand.

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© sueddeutsche.de/jja

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