Angst vor öffentlichen Toiletten (Latrinophobie)

Eine der Ängste vor öffentlichen Toiletten ist eine hygienische: Unangenehm ist es, sich mit nackter Haut auf Gegenstände von unklarem Sauberkeitszustand zu setzen oder sie berühren zu müssen. Gut ausgebildete Phobiker warten daher, bis andere die Toilettentür öffnen, um durchzuschlüpfen.

Grundsätzlich muss in Deutschland jede Einrichtung, die Getränke ausschenkt, den Kunden die Möglichkeit geben, diese auch kostenlos wieder loszuwerden. Mittlerweile aber gibt es nur noch "Shopping Malls", "Take Aways" und "Do not stay here's". Keines der dort eingerichteten Restaurants, Coffee Shops, Cafés und Bäckereien verfügt noch über eine eigene Toilette. Vielmehr teilen sich alle ein "Cleaning Center", passenderweise meist im Untergeschoss. Es handelt sich dabei um einen Glaspalast mit Drehkreuzen und Sicherheitssperren wie beim Kanzleramt. Dort muss man dann doch bezahlen. Der Druck bei der Nutzung öffentlicher Toiletten ist daher immens, nicht nur, aber auch finanziell. Ein echter Geizkragen wird daher beispielsweise am Bahnhof schnell in einen wartenden Zug springen, um auszutreten. Weil das noch umsonst ist. Allerdings geht er dabei das Risiko ein, den Zug nicht rechtzeitig wieder verlassen zu können. Für Angstanfänger mag dies aber eine akzeptable Ausgangsübung sein.

Häufige Opfer: Fußballfans, Volksfestbesucher, Regionalzugbenutzer, Frauen

Fortbildung: Der einzige Zeuge (Peter Weir), I'm so excited (Pointer Sisters)

Im Bild: Karneval in Köln

Bild: ag.dpa 13. März 2013, 07:342013-03-13 07:34:00 © Süddeutsche.de/rus/cag