"United Passions" Fifa-Regisseur nennt eigenen Film ein "Desaster"

Der Fifa-Kinofilm ist ein Megaflop. Nun wendet sich selbst der Regisseur von seiner Arbeit ab.

918 Dollar hat der selbstverherrlichende Fifa-Film "United Passions" am Startwochenende in zehn amerikanischen Kinos eingespielt. Die Produktion hatte 30 Millionen Dollar gekostet, den Großteil davon bezahlte der Fußball-Weltverband selbst.

Jetzt hat der Regisseur des Films, der Franzose Frédéric Auburtin, seine Arbeit öffentlich bedauert: "Ich werde jetzt als der Typ angesehen, der Aids nach Afrika gebracht oder die Finanzkrise verursacht hat", sagte er in einem Gespräch mit dem Hollywood Reporter, aus dem der Guardian zitiert. Auburtin klagte, er werde nun als Propagandist angesehen, der Filme für korrupte Leute mache.

Kino Sepp, der Superheld
Filmkritik
Fifa-Film "United Passions"

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Es ist ein brutaler Selbstversuch: Als einziger Zuschauer im Fifa-Verherrlichungs-Machwerk "United Passions" zu sitzen. Aber genau das wird Sepp Blatter wohl auch bald tun.   Von Jürgen Schmieder

In dem Film wird Fifa-Boss Sepp Blatter von Schauspieler Tim Roth als loyaler Patriarch verkörpert, der die Fußballfamilie zusammenhält und gegen alle Angriffe verteidigt. Blatter ist demnach ein Segen für den Weltfußball. João Havelange (gespielt von Sam Neill), sein Vorgänger, kommt als rücksichtsloser und korrupter Drahtzieher daher.

Regisseur Auburtin sagt rückblickend, er habe nur vier Monate Zeit gehabt, um ein Drehbuch zu schreiben. Er macht sich auch über die Fifa-Vorschläge für den Titel des Films lustig. Der erste lautete demnach "Men of Legend". "Können Sie sich so einen Titel vorstellen?", fragt Auburtin. "Das ist Unsinn."

Auburtin will jetzt nach eigener Aussage eine Fortsetzung drehen, über den jüngsten Fifa-Skandal. "Ich bin ein Opfer des Spiels", sagt er. Der Film sei ein "Desaster". Aber: "Bitte macht mich nicht dafür verantwortlich, dass die Fifa verdorben ist."