Tom Segev: "Jerusalem Ecke Berlin":Ein ewig Fragender

Tom Segev: "Jerusalem Ecke Berlin": Auch bei sich selbst beobachtete Tom Segev eine heikle Neigung im Umgang mit Geschichten: Je tiefer sie in sein Gedächtnis dringen, desto farbiger und dramatischer werden sie.

Auch bei sich selbst beobachtete Tom Segev eine heikle Neigung im Umgang mit Geschichten: Je tiefer sie in sein Gedächtnis dringen, desto farbiger und dramatischer werden sie.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der israelische Historiker Tom Segev hat seine Memoiren geschrieben, die auch ein lebenskluges Buch über die Untiefen des Erinnerns geworden sind.

Von Jens Schneider

Es gibt Momente, da kann ein einziger Satz wie die Antwort auf eine tausendfach gestellte traurige Frage wirken. Der Historiker und Journalist Tom Segev ist im Jahr 1945 in Jerusalem als Kind junger Deutscher zur Welt gekommen, die vor dem nationalsozialistischen Terror nach Palästina flohen. Die Eltern seines jüdischen Vaters verließen Deutschland erst spät. Sein Großvater Emil konnte und wollte sich nicht vorstellen, dass die Nazis lange an der Macht bleiben und ihre mörderischen Ideen durchsetzen könnten. In seinen Erinnerungen lernt der Leser den Autor Tom Segev als einen ewig Fragenden kennen, dessen Neugier dazu dient, die schwierige, rätselhafte Welt ein wenig besser zu verstehen. Er sucht die Antworten bei den Menschen und ihren Geschichten.

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