Deutsch-israelisches Verhältnis:Was heißt hier Staatsräson?

Deutsch-israelisches Verhältnis: Im März 2008 sprach Angela Merkel als erste deutsche Regierungschefin in der Knesset - und prägte einen Begriff, der diffus ist - sich aber bis heute in der Debatte hält.

Im März 2008 sprach Angela Merkel als erste deutsche Regierungschefin in der Knesset - und prägte einen Begriff, der diffus ist - sich aber bis heute in der Debatte hält.

(Foto: Z1004 Peer Grimm/dpa)

Seit dem Angriff der Hamas hat der Begriff in Deutschland wieder Hochkonjunktur. Ist er wirklich mehr als nur Rhetorik?

Von Ronen Steinke

Es klingt so wahnsinnig verbindlich, wenn in diesen Tagen von der "Staatsräson" gesprochen wird, die darin bestehen soll, dass Deutschland für die Sicherheit Israels einstehe. Fast wie ein verfassungsrechtliches Prinzip. "Staatsräson", das klingt hymnisch, man hört förmlich die Tenorhörner. Bitte erheben Sie sich! "In der Stunde der Bewährung", so formulierte es die CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel feierlich, als sie 2008 am Rednerpult in der Knesset stand, dem israelischen Parlament, dürften das "keine leeren Worte bleiben". Sie hat dann bloß niemandem so ganz genau verraten wollen, was denn der Inhalt ihrer nicht leeren Worte sei.

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