Schauspielerin und Aktivistin:Sacheen Littlefeather ist tot

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Schauspielerin und Aktivistin: Sacheen Littlefeather bei einem Auftritt im September 2022 in Los Angeles.

Sacheen Littlefeather bei einem Auftritt im September 2022 in Los Angeles.

(Foto: Frazer Harrison/AFP)

Die indigene Schauspielerin und Aktivistin wurde berühmt, als sie in Marlon Brandos Namen dessen Oscar bei der Verleihung ablehnte. Sie starb im Alter von 75 Jahren.

Die Schauspielerin und indigene Aktivistin Sacheen Littlefeather, die mit ihrem Auftritt bei der Oscarverleihung 1973 in Vertretung von Marlon Brando Filmgeschichte schrieb, ist tot. Das teilte die Oscar-Akademie in Los Angeles mit. Die 75-Jährige sei am Sonntag in ihrem Haus im nordkalifornischen Bezirk Marin gestorben, berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf die Familie. Die Ursache sei Brustkrebs, zitierte die Washington Post die Nichte Calina Lawrence.

Bei der Verleihung im März 1973 hatte der Schauspieler Marlon Brando, der einen Oscar als bester Hauptdarsteller in "Der Pate" erhalten sollte, die damals 26-Jährige auf die Bühne geschickt, um an seiner Stelle eine Botschaft vorzutragen und die Auszeichnung abzulehnen. Darin hieß es, Preise sollten in diesem Land nicht entgegengenommen werden, bis sich die Lebensbedingungen der Ureinwohner drastisch verbessert hätten. Unter Buh-Rufen verließ Littlefeather die Bühne. Danach erlebte sie immer wieder Anfeindungen. Im August erst hatte sich die Oscar-Akademie nach fast 50 Jahren bei ihr für die Reaktionen auf deren Auftritt entschuldigt. Sie habe "unbegründet und ungerechtfertigt" Beschimpfungen ertragen müssen und für ihre Courage zu lange keine Anerkennung erhalten, hieß es in dem vom Academy-Präsidenten David Rubin unterzeichneten Brief.

Als Marie Louise Cruz wurde sie in Kalifornien geboren. Als junge Frau änderte sie ihren Namen, als sie ihre indigene Wurzeln erkundete und zur Aktivistin wurde. Littlefeather arbeitete laut Washington Post unter anderem als Model und bei einem Radiosender in San Francisco. Zudem trat sie in Werbespots auf. Brando lernte sie durch ihren damaligen Nachbarn Francis Ford Coppola, dem Regisseur von "Der Pate", kennen.

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