Roland Emmerich im Gespräch:"Ich war das schwarze Schaf in Deutschland"

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Regisseur Roland Emmerich

"See You in Hollywood": Roland Emmerich kannte sein Ziel schon, als er noch in München zur Filmhochschule ging.

(Foto: dpa)

Er hatte sich immer gegen Fortsetzungen gewehrt - und bringt nun den zweiten Teil von "Independence Day" ins Kino: Regisseur Roland Emmerich im Gespräch über seine Karriere, Hollywood und die Rolle seines Vaters.

Von David Steinitz

Der deutsche Filmemacher Roland Emmerich war einer der letzten Blockbuster-Regisseure in Hollywood, der sich energisch gegen Fortsetzungen gewehrt hat - bis jetzt. Pünktlich zum zwanzigsten Jubiläum seines größten US-Hits aus dem Jahr 1996 hat er einen zweiten Teil gedreht: "Independence Day: Wiederkehr".

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erzählt der 60-Jährige, warum er sich so lange gegen ein Sequel gewehrt hat: "Als 'Independence Day' 1996 zum erfolgreichsten Film des Jahres wurde und über 800 Millionen Dollar einspielte, hatte Steven Spielberg mich gewarnt, dass alle den Film kopieren würden. Genauso ist es auch gekommen, was mir ziemlich auf den Senkel gegangen ist - also habe ich andere Sachen gemacht. Dann aber hat sich die Digitaltechnik immer weiter entwickelt, und in meinem Film "2012" sahen die visuellen Effekte das erste Mal so aus, dass ich komplett zufrieden war. Also dachte ich: Jetzt wäre es wohl an der Zeit für einen zweiten 'Independence Day'."

Schon zu seinen Studentenzeiten an der Münchner Filmhochschule wollte Emmerich unbedingt großes Entertainment-Kino machen und keine anstrengenden Autorenfilme: "Ich war sozusagen das schwarze Schaf in Deutschland, schon an der Uni, weil ich unbedingt Filme machen wollte, die sich dann auch jemand anschauen will. Ein Freund brachte mir einen Aufkleber mit: HFF München - See You in Hollywood. Den habe ich mir aufs Auto geklebt."

Der Papa stand der Berufswahl seines Sohnes lange skeptisch gegenüber

Als Emmerich dann seinen Abschlussfilm "Das Arche-Noah-Prinzip" drehte, der bereits auf ein Massenpublikum hin angelegt war, ging ihm mitten in der Produktion das Geld aus und er musste seinen Vater anpumpen: "Wir hatten schon 450 000 Mark verpulvert und ich wusste: Wir brauchen noch mal mindestens dieselbe Summe, um das irgendwie vernünftig zu Ende zu bringen. Ich bin zu allen möglichen Leuten hingegangen, auch zu meinem Vater. Der sagte erst: Nein, nichts da. Aber am Ende hat er dann doch geholfen, ich glaube mit 70 000 Mark, damit ich die Visual Effects machen konnte. Aber das Geld musste ich zurückzahlen. Zum Glück hat der Film ganz ordentlich Geld eingespielt, was meinen Vater dann auch sehr beeindruckt hat."

Und das, obwohl der Papa der Berufswahl seines Sohnes lange sehr skeptisch gegenüberstand: "Er dachte, ich würde gemeinsam mit meinen Brüdern seine Firma übernehmen, aber das war nichts für mich, damit wollte ich nichts zu tun haben. Als er gesehen hat, dass ich mit meiner Berufswahl auch Erfolg habe, war er beruhigt und hat mir geholfen, unabhängig zu bleiben. Mein Vater ist mit mir zur Bank gegangen und hat gesagt: Der junge Mann hier braucht einen Kredit, um einen Film zu drehen. Ich habe mit jedem neuen Film um mein Erbe gespielt, das war die Sicherheit. Daher war ich quasi gezwungen, mir Geschichten einfallen zu lassen, die Erfolg haben."

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