Interview mit Intendant Nikolaus Bachler:"Die Zeit spielt immer für die Reform"

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Die Osterfestspiele wurden als Herbert-von-Karajan-Fanklub gegründet und spielen ihren Etat praktisch selbst ein.

Der Fanklub hatte genau 4500 Mitglieder, von denen noch 1400 übrig sind.

Die Zeit spielt für Sie.

Die Zeit spielt immer mit. Wenn etwas lange nicht reformiert wird, versteinert es. Das geht in der Kunst aber nicht. Die Zeit spielt immer für die Reform. Außerdem: Die Auslastung und die finanzielle Situation sind nicht so rosig, Neuerungen braucht es allein schon deswegen.

Was werden Sie da machen?

Das kann man öffnen, man kann unterschiedliche Sprachen suchen. Das kann mit unterschiedlichen Orchestern passieren, in der Verbindung mit unterschiedlichen Genres wie Tanz, Kammer- oder geistlicher Musik. Da muss ein inhaltlicher Zusammenhang kommen.

Es gibt jedes Jahr ein anderes Orchester?

Es gibt ja zahlreiche Spitzenorchester. Interessant wäre es, das authentische Kernrepertoire dieser Orchester und Dirigenten mit interessanten Regiesprachen zusammenzubringen.

Könnte dann sein, dass die Berliner Philharmoniker mit "Fidelio" kommen oder auch wieder die Dresdner Staatskapelle?

Zum Beispiel.

Stimmt es, dass Sie Thielemann für ein Dirigat an die Bayerische Staatsoper holen wollten?

Ja. Wir waren lange Zeit in einem sehr guten Kontakt miteinander.

Suchen Sie eine Nähe zu den anderen Salzburger Festivals?

Zu Pfingsten nein, denn das sind nur vier Tage, zum Sommer sehr wohl. Wie ich höre, wird im Sommer nächsten Jahres die "Tosca" der Osterfestspiele 2018 gezeigt. Allerdings mit Frau Netrebko.

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