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Museen - Gotha:Virtueller Blick hinter Bühne im Ekhof-Theater geplant

Gotha (dpa/th) - Ein neues Projekt soll die besondere Bühnentechnik des historischen Ekhof-Theaters im Schloss Friedenstein in Gotha virtuell erlebbar machen. Mittels Virtual Reality (VR)-Brillen sollen Besucher künftig etwa einen Probenalltag aus der Zeit um 1775 erleben könne. Dabei sollen sich die Gäste auch selbst zumindest im virtuellen Raum als Kulissenschieber versuchen können.

192 000 Euro Fördergeld hat Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) dafür am Dienstag an die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha übergeben. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf 250 000 Euro, teilte die Stiftung mit.

Das barocke Ekhof-Theater verfügt noch immer über seine originale, mehr als 330 Jahre alte Bühnentechnik aus Holz. Dazu gehören die mit Seilen und Rollen verbundenen bemalten Kulissen, die per Muskelkraft bewegt werden.

"Dieses Angebot ist derzeit in der deutschen Museumslandschaft einzigartig und zieht einmal mehr die Aufmerksamkeit auf dieses wunderbare alte Theater mit seiner noch original erhaltenen Bühnentechnik", so Tiefensee.

Ziel des Projekts sei es, das Theater als einmaliges Raumkunstwerk der Theatergeschichte konservatorisch in seiner Originalsubstanz zu schützen und zu bewahren, hieß es. Gleichzeitig könne die Theatertechnik durch die VR-Projektion fürs Publikum erlebbar werden.

Das ist sonst nur jeweils jährlich über einen kurzen Zeitraum beim Ekhof-Festival und bei nur 165 Sitzplätzen in dem kleinen Raum im Westturm des Schlosses für nur wenige Besucher möglich. In diesem Jahr feiert die Stiftung auch den 300. Geburtstag des namensgebenden ehemaligen Theaterleiters Conrad Ekhof (1720-1778).