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Literatur - Tübingen:Alles neu im Hölderlinturm: Zum 250. Geburtstag des Dichters

Baden-Württemberg
Eine Skulptur des Dichters Friedrich Hölderlin von Künstler Waldemar Schröder. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Tübingen (dpa/lsw) - Nach mehrjährigem Umbau wird der Hölderlinturm in Tübingen wiedereröffnet - heute stellen die Macher das neue Konzept vor. Künftig ist in dem Turm eine Dauerausstellung zu Hölderlins Leben und Werk zu sehen, die Thomas Schmidt vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach kuratiert hat. Im Zentrum der Schau steht das einzig erhaltene Möbelstück des Dichters: ein Tisch, auf den er "mit der Hand geschlagen, wenn er Streit gehabt - mit seinen Gedanken" - so schrieb es einst Hölderlins Pflegerin Lotte Zimmer. Und in einem Sprachlabor sollen die Turm-Besucher nach Angaben der Stadt zudem selbst mit Silben, Worten und Versen experimentieren können.

Mehr als 30 Jahre lang hatte der Dichter Friedrich Hölderlin (1770-1843) in dem Turm gelebt. Gegen seinen Willen war er im Alter von 36 Jahren wegen einer psychischen Erkrankung in die Klinik der Universitätsstadt eingewiesen worden. Nach mehrmonatiger Behandlung nahm die Turmbesitzerfamilie ihn zur Pflege auf - für den Rest seines Lebens. Der inzwischen nach dem Dichter benannte und zum Museum umgestaltete Turm an der Tübinger Neckarfront ist ein beliebtes Touristenziel und Fotomotiv.

Zum Hölderlin-Jubiläumsjahr 2020, in dem sich der Geburtstag des schwäbischen Lyrikers zum 250. Mal jährt, ist das Wahrzeichen der Universitätsstadt vom Wochenende an wieder für Besucher zugänglich.

Das Fest zur Wiedereröffnung ist auch Auftakt zur Programmreihe "Hölderlin 2020", mit dem neun Städte und das Literaturarchiv den Geburtstag Hölderlins feiern. Bundesweit widmen sich bis zum Jahresende mehr als 600 Veranstaltungen dem Dichter.

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