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Literatur:Deutscher Buchpreis 2012 für Ursula Krechel

Ursula Krechel hat den Deutschen Buchpreis für ihren Roman "Landgericht" gewonnen. Darin schildert sie das Verdrängen und Vergessen in den frühen Jahren der Bundesrepublik.

Die Jury des Deutschen Buchpreises hat in diesem Jahr Ursula Krechel für ihren Roman Landgericht ausgezeichnet. Am Beispiel des jüdischen Richters Kornitzer, der nach dem Zweiten Weltkrieg in ein ihm noch immer fremdes Land zurückkehrt, schildert die 64-Jährige die Atmosphäre von Verdrängen und Vergessen in den frühen Jahren der Bundesrepublik. Ihr Stil folgt dabei einer Mischung aus Fiktion und Dokumentation.

Shortlisted German writer Krechel poses during a photo call prior to ceremony for German book prize in Frankfurt

"Ein bewegender, politisch akuter, in seiner Anmutung bewundernswert kühler und moderner Roman": So beurteilt die Jury des Deutschen Buchpreises Ursula Krechels Roman "Landgericht".

(Foto: REUTERS)

"Bald poetisch, bald lakonisch, zeichnet Krechel präzise ihr Bild der frühen Bundesrepublik - von der Architektur über die Lebensformen bis hinein in die Widersprüche der Familienpsychologie", heißt es in der Begründung der Jury. Landgericht sei "ein bewegender, politisch akuter, in seiner Anmutung bewundernswert kühler und moderner Roman". Die in Berlin lebende Autorin hat sich mit 13 Gedichtbänden vor allem als Lyrikerin einen Namen gemacht. Landgericht ist ihr 23. Buch, aber erst ihr zweiter Roman.

Auf der diesjährigen Shortlist standen außerdem:

[] Robinsons blaues Haus von Ernst Augustin

[] Sand von Wolfgang Herrndorf

[] Indigo von Clemens J. Setz

[] Fliehkräfte von Stephan Thome

[] Nichts Weißes von Ulf Erdmann Ziegler

In diesem Jahr saßen in der Jury Andreas Isenschmid (Neue Zürcher Zeitung am Sonntag), Dirk Knipphals (die tageszeitung), Stephan Lohr (NDR), die freien Kritiker Jutta Person und Oliver Jungen, die Lektorin Christiane Schmidt sowie die Buchhändlerin Silke Grundmann-Schleicher.

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Er kürt "den besten Roman in deutscher Sprache". Der Gewinner erhält 25.000 Euro, die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2500 Euro.

Die bisherigen Gewinner chronologisch:

2011: Eugen Ruge für "In Zeiten des abnehmenden Lichts"

2010: Melinda Nadj Abonji für "Tauben fliegen auf"

2009: Kathrin Schmidt für "Du stirbst nicht"

2008: Uwe Tellkamp für "Der Turm"

2007: Julia Franck für "Die Mittagsfrau"

2006: Katharina Hacker für "Die Habenichtse"

2005: Arno Geiger für "Es geht uns gut"