Roman Ehrlich: Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens

Das Dunkle in uns ist revolutionär, lehrt Roman Ehrlichs anarchischer Kinoroman "Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens". Auf den mehr als sechshundert Seiten geht es um die Insistenz des hätte, um seine Bedeutung fürs Erinnern und Erzählen, und darum, welchen Wortlaut Gedanken haben können.

"Das schreckliche Grauen" heißt der Horrorfilm, an dem Moritz gebeten wird mitzuarbeiten, von Christoph, mit dem er einst gemeinsam studierte. Zwei bürgerliche Jungs, mit dem Establishment unzufrieden, mit dem Drang, alles anders zu machen als die älteren Generationen. Über viele Wochen trifft sich das Team des Horrorfilms, um seine persönlichen Angsterfahrungen zu kommunizieren, was die Suche nach dem Stoff für den Film darstellt. Mit der Profession des Filmemachens hat das wenig zu tun. Der geplante Film wird schnell zu einer Art Vorwand. Im zweiten Teil schwindet die Heimeligkeit der kreativen Therapieabende, man fährt durchs Land und macht vereinzelt Aufnahmen. Christoph wird zunehmend unberechenbar, viele setzen sich ab. Wer mit dem Horrorfilm spielt, lebt gefährlich.

Was als kleine bürgerliche Erzählung beginnt, entwickelt sich langsam aber unausweichlich zur Revolution. Die Dekonstruktion, die Zersetzung, die das Horrorkino anvisiert, wendet Christoph in einem letzten großen Auftritt ins Apokalyptische und Revolutionäre.

Lesen Sie hier die vollständige Rezension von Fritz Göttler.

Bild: S. Fischer 22. März 2017, 08:302017-03-22 08:30:08 © SZ.de/luch/smb