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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:An der Schwelle zum Tod

Robert Redford kämpft um sein Leben auf hoher See und Naomi Watts verkörpert Lady Di kurz vor deren Tod. Für die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz stehen aber auch Robert De Niro und Sylvester Stallone, wenn sie als Box-Rentner noch einmal in den Ring steigen. Für welche Filme sich der Kinobesuch lohnt - und für welche nicht.

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Robert Redford 'All Is Lost' Kino

Quelle: dpa

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Robert Redford kämpft um sein Leben auf hoher See und Naomi Watts verkörpert Lady Di kurz vor deren plötzlichem Tod. Die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz thematisieren aber auch Robert De Niro und Sylvester Stallone, wenn sie als Box-Rentner noch einmal in den Ring steigen. Für welche Filme sich der Kinobesuch lohnt - und für welche nicht. Die Filmstarts vom 9. Januar auf einen Blick - bewertet von den SZ-Kritikern.

All is lost

Ein einsamer Segler in Not, verkörpert von Robert Redford, der J. C. Chandors Film ganz alleine trägt - ohne Dialog, aber mit viel Action und grandiosem, minimalistischem Spiel macht er diesen knapp skizzierten Überlebenskampf zu einer sehr emotionalen, spannenden Geschichte.

Susan Vahabzadeh

Neu im Kino: "Diana", "All Is Lost" und "Zwei vom alten Schlag", kurz vorgestellt per Video.

Ein ausführliche Rezension des Films lesen Sie hier.

Im Bild: Robert Redford als schiffbrüchiger Segler auf offener See.

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Quelle: RealFiction

2 / 7

Bethlehem

Ein israelischer Geheimdienstoffizier und sein junger palästinensischer Informant haben echte Zuneigung zueinander entwickelt, was sie in unslösbare moralische Konflikte bringt. Yuval Adler portätiert den Nahen Osten als zutiefst zerrissene Region, in der richtiges Handeln unmöglich geworden ist: überall Fronten und dazwischen keine Welt. Stark.

Martina Knoben

Naomi Watts in "Diana"

Quelle: Concorde Filmverleih

3 / 7

Diana

Liebeskomödie im Schatten plötzlichen Todes. Die Princess Diana, gespielt von Naomi Watts, hat eine Affäre mit Hasnat Khan, einem pakistanischen Arzt. Oliver Hirschbiegel entwickelt bei den Freuden der Prinzessin einige Spritzigkeit, bei den Leiden dann - die Medien, die Familie des Geliebten! - vertrödelt sich sein Film.

Fritz Göttler

Neu im Kino: "Diana", "All Is Lost" und "Zwei vom alten Schlag", kurz vorgestellt per Video.

Eine ausführliche Rezension des Films lesen Sie hier.

Im Bild: Naomi Watts als Diana auf der Flucht vor den Paparazzi.

Kinostarts - 'I Used to Be Darker'

Quelle: dpa

4 / 7

I Used to Be Darker

Die junge Taryn versteckt sich im postpubertären Liebesstress bei ihrer amerikanischen Verwandtschaft, die wiederum ihre eigenen Liebesleiden an der Gitarre und im Whisky-Glas erforscht. Mit der produktiven Antriebslosigkeit der professionellen Melancholiker treiben die Protagonisten durch diese bezaubernde Tragikomödie von Matthew Porterfield, einem der spannendsten Vertreter des jungen amerikanischen Indie-Kinos.

David Steinitz

Im Bild: Taryn (Deragh Campbell) in einer Szene des Kinofilms "I Used to Be Darker"

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Quelle: pro-fun

5 / 7

Matterhorn

Zuerst stellt Diederik Ebbinges Komödie die strukturierte Verbitterung aus: beige, bieder und gottesfürchtig ist alles Leben. Dann jedoch findet ein Witwer einen leicht verwilderten Freund, und plötzlich schlägt die Geschichte Kapriolen, die alle Protagonisten aus dem Gleichmaß reißen. Dörfliches Holland, ein bisschen wortkarg, ein bisschen nah am Klischee der Selbstbefreiung durch Liebe, aber erfüllt von freundlichstem Irrsinn.

Doris Kuhn

Kinostarts - 'Zwei vom alten Schlag'

Quelle: dpa

6 / 7

Zwei vom alten Schlag

In "Zwei vom alten Schlag" spielen Sylvester Stallone und Robert De Niro zwei Box-Rentner, die sich dreißig Jahre nach ihrem letzten Kampf noch mal im Ring gegenüberstehen. Würde der Film sich nicht gleichzeitig auf "Rocky" und "Wie ein wilder Stier" berufen können, wäre er nicht sehenswert - so aber zielt er auf das Herz von Nostalgikern.

David Pfeifer

Neu im Kino: "Diana", "All Is Lost" und "Zwei vom alten Schlag", kurz vorgestellt per Video.

Eine ausführliche Rezension des Films lesen Sie hier.

Im Bild: Billy "The Kid" McDonnen (Robert De Niro, l) und Henry 'Razor' Sharp (Sylvester Stallone) in einer Szene des Kinofilms "Zwei vom alten Schlag".

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Quelle: Pretty Pictures

7 / 7

Dancing in Jaffa

Längst müsste im Nahen Osten ewiger Friede herrschen - ginge es nach der Menge netter Dokumentationen über palästinensisch-israelische Versöhnungsprojekte. Hilla Medalia, israelische Regisseurin, begleitet den sympathischen Gesellschaftstanz-Virtuosen Pierre Dulaine in dessen Geburtsort Jaffa bei dem Versuch, Schulkinder verschiedenster Herkunft zu einem gemeinsamen Schwingen des Tanzbeins zu verlocken.

Rainer Gansera

© SZ vom 09.01.2014/mfh/pak
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