Bertolt Brecht (Tschechoslowakei, Frankreich, Dänemark, USA)

Im Februar 1933, am Tag nach dem Reichstagsbrand, floh Bertolt Brecht mit seiner Ehefrau Helene Weigel nach Prag. Ein paar Wochen später brannten in Nazi-Deutschland seine Bücher, Brechts Theaterstücke durften nicht mehr aufgeführt werden. Die deutsche Staatsbürgerschaft verlor er 1935.

Über Wien und die Schweiz kam er nach Paris, arbeitete dort mit Kurt Weill am Ballett "Die sieben Todsünden" und zog dann weiter nach Dänemark, wo er auf der kleinen Insel Thurø bei Svendborg ein Haus kaufte. Die nächsten fünf Jahre verbrachte er dort mit seiner Familie in einer Reetdach-Idylle - aber auch in immer schwerer zu ertragender Isolation. In einem Gedicht aus jener Zeit schreibt er: "Geflüchtet unter das dänische Strohdach, Freunde / Verfolg ich euren Kampf".

Über Schweden, Finnland und die Sowjetunion floh die Familie 1941 weiter in die USA, ins kalifornische Santa Monica. Brecht wollte als Drehbuchautor in Hollywood arbeiten, fühlte sich in den USA aber so unwohl, dass es dazu nicht kam. Nach dem Kriegseintritt der USA 1942 wurde er wie viele deutschsprachige Emigranten als "Enemy Alien" vom FBI überwacht und musste sich in der Kommunismus-ängstlichen Nachkriegszeit vor dem "Ausschuss für unamerikanische Umtriebe" rechtfertigen. 1948 kehrte er nach Ostberlin zurück. Von Kathleen Hildebrand

Bild: Collage Jessy Asmus/ SZ.de 28. Mai 2015, 12:392015-05-28 12:39:09 © SZ.de/sebi/jobr