Neue Reihe auf SZ.de 360° - das ganze Bild für Sie

Themen aus allen wichtigen Blickwinkeln sehen: 360°, die neue Schwerpunkt-Reihe auf SZ.de.

(Foto: Lisa Bucher)

Eine neue Reihe auf SZ.de geht in die Tiefe komplizierter Themen. 360° erzählt Geschichten, die im Nachrichtenalltag oft untergehen, und nähert sich ihnen aus verschiedenen Blickwinkeln - damit Sie das ganze Bild bekommen.

Von Stefan Plöchinger

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie funktionieren Spritpreis-Erhöhungen in Deutschland wirklich? Wie viele Überwachungskameras hängen in Bayern? Und wo die meisten? Würden Sie persönlich Unmengen von Öl fördern lassen, wenn Sie dafür ganze Landschaften in Ihrer Heimat verwüsten müssten?

In den vergangenen Monaten haben wir Ihnen solche Themen mit neuen Erzählweisen näherzubringen versucht. Der Spritmonitor (mehr ...) nutzte erstmals großflächig Methoden des Datenjournalismus, um Erstaunliches über teure und billige Tankstellen in Erfahrung zu bringen. Der bayerische Überwachungsatlas (mehr ...) zeigte eine einzigartige Videokamera-Karte und die Geschichten dahinter. Fort McMoney, ein Reality Game zu Ölsanden in Kanada (mehr ...), präsentiert in Kooperation mit Arte, zwang Sie zu heiklen Entscheidungen zwischen persönlichem Wohlstand und Raubbau an der Natur. Und das sind nur drei Beispiele.

Unsere Hoffnung ist, dass Sie dabei Einblicke in wichtige Themenkomplexe bekommen haben, die auf Nachrichtenseiten sonst oft zu kurz kommen, jeweils erzählt mit Mitteln, die nicht alltäglich sind. Wir wollen diese aufwändigen Recherchen künftig fortsetzen und für Sie besser bündeln - in einer neuen Reihe namens 360°.

360° soll Ihnen komplizierte Themen so erschließen, wie Sie sie noch nicht gesehen haben. Wir recherchieren von allen Seiten, die wir wichtig finden, und erzählen so, dass Sie das ganze Bild bekommen.

360° zu 25 Jahren Tiananmen und einem Jahr Snowden

An diesem Dienstag führen Ihnen die Kollegen Kai Strittmatter und Christoph Giesen in einer Kooperation mit dem "Weltspiegel" vor Augen, wie China das Massaker auf dem Tiananmen vor 25 Jahren verarbeitet. Die interaktive Reportage lässt Betroffene in Text und Video zu Wort kommen, und der Artikel zensiert sich nach chinesischen Maßstäben selbst (zur Reportage ...). In den kommenden Stunden folgt noch eine Geschichte über den Fotografen, der die berühmte Aufnahme des Mannes vor der Panzerkolonne machte; ein Gastbeitrag eines chinesischen Journalisten im Exil; ein Videogespräch mit unserem Peking-Korrespondenten Strittmatter zur Politik der Verdrängung; und ein Kommentar, der nach vorne schaut.

Noch in dieser Woche werden wir uns in einer Serie grundlegender Texte damit befassen, wie sich das Internet, die politische und die ökonomische Welt ein Jahr nach Beginn der Snowden-Enthüllungen verändert haben. Und Kollegen sitzen schon an weiteren 360°-Themen.

Wir sind für unsere neue Reihe offen für Ihre Anregungen. Die Recherche, unser Projekt, bei dem Sie sich als Leser eine Recherche zu einem Thema wünschen und diese begleiten können, ist aus einem ähnlichen Gedanken heraus entstanden: in die Tiefe zu gehen, mehr zu recherchieren als nur die aktuellen Nachrichten. Gerade heute ist eine neue Runde der Recherche gestartet (mehr ...), und wir werden aus Ihren Zuschriften dort immer wieder auch Anregungen für 360° ziehen. Der 360°-Schwerpunkt zu Edward Snowden in dieser Woche ist schon auf diese Weise entstanden - seit Monaten haben Sie uns bei "Die Recherche" klargemacht, dass wir Ordnung in die vielen Geschichten über NSA, GCHQ und die anderen Datensauger bringen sollen. Jetzt tun wir das in unserer neuen Reihe, zum ersten Jahrestag von Snowdens ersten Veröffentlichungen.

In diesem Sinne freue ich mich auf Ihre Rückmeldungen an stefan.ploechinger@sz.de und @ploechinger - und wünsche viele neue Sichtweisen in der 360-Grad-Umschau. Ihr

Stefan Plöchinger, Chefredakteur Süddeutsche.de