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"Krieg" von Ragnar Kjartansson an der Volksbühne Berlin:Tod im Morgengrauen

Theaterstück "Krieg"

Ballett der letalen Zuckungen: Maximilian Brauer spielt den Soldaten.

(Foto: Thomas Aurin)

An der Berliner Volksbühne stirbt in "Krieg" von Ragnar Kjartansson ausführlich ein Soldat. Ein Wirklichkeitsbezug ist trotzdem nicht zu fürchten.

Mit möglichst viel Aufwand möglichst wenig zu erzählen, ist ein aparter Theateransatz: Theater als Theaterverweigerung, das aber in Bildern von erlesener Schönheit. Bei Philippe Quesne zum Beispiel führt das, zuletzt an den Münchner Kammerspielen, zu Inszenierungen, die irgendwo zwischen anspielungsreicher Ironie, Selbstreferenz und verspielter Schrulligkeit verpuffen. Der Isländer Ragnar Kjartansson, ein bildender Künstler und Performer, mag es in seinen ähnlich sinnfreien Theaterarbeiten pompöser. Er bedient sich mit Freude am Schwulst der Ausstattungskünste des 19. Jahrhunderts samt kitschig gemalten Horizonten und Kulissenlandschaften aus Pappe und Holz. Dieser Retro-Theater-Illusionismus ist eine Art absurdes Meta-Theater, dessen eigentliches Thema das Theater selbst ist. Schaut her, scheinen diese Aufführungen zu rufen, so grandios und irreal und verrückt war das Theater einmal, als es lange vor der Erfindung des Films das schönste Illusionsmedium war.

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