Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein

Rupert Henning interpretiert André Hellers Buch über die Neuerfindung seiner Kindheit. Hinter der großbürgerlichen Fassade einer Wiener Zuckerbäckerdynastie lauert ein bizarres Familiendrama, das von autoritären Vätern und depressiven Müttern in den Fünfzigerjahren erzählt, und von einem 12-jährigen Individualisten, der mit funkelnder Fantasie gegen die erzkatholische Strenge seiner Welt antritt. Seine Hauptangst: so werden wie die anderen. Eine magisch-realistische Coming-of-Age-Geschichte, die mit einem tollen Hauptdarsteller (Valentin Haag) glänzt, der radikalen Seltsamkeit der Figur stilistisch aber nicht folgen kann. Von Annett Scheffel

Bild: Filmladen 25. April 2019, 05:342019-04-25 05:34:31 © SZ vom 25.04.19/cag