Kevin Costner zum 60. Geburtstag:Comeback eines Kassengifts

Mit einem Western gelingt ihm ein Sensationserfolg - an den er nie wieder anknüpfen kann. Trotzdem gehört Schauspieler Kevin Costner zu den Bekanntesten seines Fachs. Rückblick auf eine wendungsreiche Karriere.

Von Daniel Lehmann

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Durchbruch mit "Die Unbestechlichen"

DIE UNBESTECHLICHEN

Quelle: OBS

Er hat die Schauspielerei schon fast aufgegeben, als Kevin Costner 1987 in der Rolle des Eliot Ness in "Die Unbestechlichen" der Durchbruch gelingt. Da ist er bereits Anfang dreißig. An der Seite von Sean Connery bekämpft er Robert De Niro als Al Capone. Zwei Jahre später dreht er "Feld der Träume": Darin baut er auf Geheiß einer mysteriösen Stimme ein Baseballfeld, auf dem die Geister verstorbener Sportler erscheinen. Der Film genießt bis heute Kultstatus.

Im Bild (v.li.): Charles Martin Smith, Kevin Costner, Sean Connery und Andy Garcia in "Die Unbestechlichen"

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Oscars en masse für einen Western

Der mit dem wolf tanzt

Quelle: Collection Christophel

1990 gründet Costner sein eigenes Studio TIG, um unabhängig von der Filmindustrie arbeiten zu können. Gleich seine erste Produktion "Der mit dem Wolf tanzt" ist zwölfmal für den Oscar nominiert - immerhin sieben Trophäen sind es am Ende. Costner wird als bester Regisseur und für den besten Film geehrt (die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller geht allerdings an Jeremy Irons). Sein bis heute erfolgreichster Film. Es folgen mehrere große und durchschlagende Produktionen, in denen Costner wiederum die Hauptrolle übernimmt: "JFK - Tatort Dallas" (1991), "Robin Hood" (1991) und "Bodyguard" (1992) mit Whitney Houston.

Im Bild: Kevin Costner als John Dunbar in "Der mit dem Wolf tanzt"

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Ruf als Kassengift

Kevin Costner will Ölpest im Golf von Mexiko bekämpfen

Quelle: dpa

Ein unerwarteter Reinfall wird 1995 "Waterworld". Trotz Produktionskosten in Höhe von 175 Millionen Dollar fällt das Science-Fiction-Abenteuer beim Publikum und den Kritikern durch. Für Costner soll das unangenehme Konsequenzen haben: Obwohl er nicht allein die Schuld am Misserfolg des Films trägt, gilt er Mitte der Neunziger plötzlich als Kassengift.

Im Bild: Kevin Costner in "Waterworld"

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Golden-Globe-Nominierung ohne Wirkung

HANDICAP FÜR KEVIN COSTNER

Quelle: OBS

Zwar spielt er ein Jahr später in "Tin Cup" einen ehemaligen Golfspieler, der im Rahmen einer Wette noch einmal an einem Turnier teilnimmt - und erhält dafür immerhin eine Golden-Globe-Nominierung als bester Darsteller in einer Komödie. Rein wirtschaftlich enttäuscht der Film aber und kann Costners Ruf nicht wiederherstellen.

Im Bild: Rene Russo und Kevin Costner in "Tin Cup"

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Tiefpunkt "Postman"

Postman

Quelle: Reuters

Um an frühere Erfolge anzuknüpfen, nimmt Costner die Produktion von "Postman" (1997) wieder komplett in die eigene Hand. Die Buchverfilmung über ein dystopisches Amerika floppt allerdings noch schlimmer als "Waterworld". Für seine Hauptrolle wird er zum dritten Mal (nach "Robin Hood" und "Wyatt Earp") mit dem Negativpreis Goldene Himbeere bedacht. Auch in den anderen nominierten Kategorien (Film, Drehbuch, Regie und Song) gewinnt der Film den Anti-Oscar.

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Kritiker bleiben hart

MESSAGE IN A BOTTLE - DER BEGINN EINER GROSSEN LIEBE

Quelle: OBS

In Hollywood haben sich die Kritiker inzwischen auf Costner eingeschossen. 2000 erhält er gleich zwei Nominierungen für die Goldene Himbeere in einem Jahr für seine Rollen in "Message in a Bottle - Der Beginn einer großen Liebe" und "Aus Liebe zum Spiel". Glück für Costner: Am Ende erhält Schauspielkollege Adam Sandler den Schmähpreis.

Im Bild: Robin Wright Penn und Kevin Costner in "Message in a Bottle"

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Zur Ablenkung Wettpate

KEVIN COSTNER ZUR GEBURTSTAGSSENDUNG "WETTEN, DASS...?"

Quelle: DPA

In der Heimat kritisiert, in Europa gefeiert: Beim 20. Geburtstag von "Wetten, dass ..?" tritt Kevin Costner 2001 als Wettpate in Aktion. Passend zur Wette - der Kandidat öffnet Bierflaschen mit der Motorsäge - hat auch der US-Filmstar eine Flasche Gerstensaft in der Hand.

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Privates Glück

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Quelle: AFP

Im Herbst 2004 heiratet Kevin Costner seine zweite Ehefrau Christine Baumgartner. Gemeinsam haben sie heute drei Kinder. Mit den Kindern aus seiner ersten Ehe und einer Affäre kommt der Schauspieler insgesamt auf sieben Sprösslinge. Angesichts seines Alters wird Costner mittlerweile melancholisch. "Meine letzten drei Kinder sind noch jung und ich würde zu gern mitbekommen, was in ihrem Leben noch alles passiert", sagte er kürzlich der Illustrierten Bunte.

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Musik als neues Hobby

Kevin Costner wird 60

Quelle: dpa

Seit 2007 spielt der Kalifornier in der Band "Kevin Costner & Modern West", die er selbst gründete. Die Musiker haben bereits vier Alben veröffentlicht und gehen weltweit auf Tournee.

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Zurück zur Schauspielerei

Kinostarts - '3 Days To Kill'

Quelle: dpa

In den vergangenen Jahren legt Costner den Fokus wieder stärker auf die Schauspielerei. Im Superman-Remake "Man of Steel" (2013) überzeugt er als vermeintlicher Vater von Clark Kent. 2014 wirkt er unter anderem in "Jack Ryan" und "3 Days to Kill" mit. Im Februar 2015 kommt das Sport-Drama "McFarland" in die amerikanischen Kinos.

Im Bild: CIA-Agent Ethan Renner (Kevin Costner) im Film "3 Days To Kill"

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Preis für sein Lebenswerk

Lifetime Achievement Award honoree Costner accepts the trophy from presenter Russo during the 20th Annual Critics' Choice Movie Awards in Los Angeles

Quelle: Reuters

Vergangenen Donnerstag wird Kevin Costner bei den Critic's Choice Movie Awards in Los Angeles für sein Lebenswerk geehrt. Den Preis übergibt Rene Russo, seine Filmpartnerin aus "Tin Cup". Auf seine beiden Karrieren angesprochen, sagt er kurz darauf in einem Interview: "Ich weiß noch nicht, wo die zweite Hälfte meiner Karriere hingeht. Aber ich behalte mir immer das Recht vor, etwas anderes zu tun".

© SZ.de/dpa/danl/jobr
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