"Kardashian"-Index in der Wissenschaft Risiken des Ruhms

Kim Kardashian mit Ehemann (und Rapper) Kanye West bei den GQ Men of The Year awards 2014 in London

(Foto: Getty Images)

Der amerikanische Soapstar Kim Kardashian ist berühmt für's Berühmtsein. Genom-Forscher Neil Hall glaubt, dass es dieses Phänomen auch in der Wissenschaft gibt, weshalb er den "Kardashian-Index" entwickelt hat.

Von Anna Steinbauer

Die Amerikanerin Kim Kardashian ist bekannt für ihr Sex-Tape, ihren Hintern und ihren Mann, den Rapper Kanye West. Außerdem tritt sie seit 2007 in der wahnwitzig erfolgreichen Familien-Reality-Soap "Keeping Up With The Kardashians" auf. Und bei Twitter interessieren sich 23,7 Millionen Follower dafür, was Kim Kardashian so macht. Mit anderen Worten: Sie ist berühmt für's Berühmtsein.

Neil Hall sieht das auch so. Der Genom-Forscher ist aber außerdem davon überzeugt, dass es das Kardashian-Phänomen auch in der Wissenschaft gibt. Deshalb hat Hall den "Kardashian-Index" entwickelt, der die Diskrepanz zwischen der Social-Media-Aktivität eines Wissenschaftlers und seinen Veröffentlichungen bestimmt. Hall dividiert dabei die Menge der Twitter-Follower durch die Anzahl der Zitate der jeweilige Wissenschaftler. Und entlarvt so die "Kardashians" und den gesamten Wissenschaftsapparat, in dem Forscher deshalb als Keynote-Speaker zu Konferenzen eingeladen werden, weil sie darüber twittern und deshalb mehr Besucher kommen. Mit dem K-Index werden sie nun überführt: Wer einen Wert über 5 besitzt, dem rät Hall, sich um seine wissenschaftliche Karriere zu kümmern: "It s time to get off Twitter and write those papers."

Neil deGrasse Tyson steht ganz oben

Natürlich tut Hall dies mit einem Augenzwinkern. Der in einer biologischen Fachzeitschrift veröffentlichte Aufsatz trägt die Überschrift "Kommentar". Man könne ihm auch auf Twitter folgen, so der Forscher. Sein K-Index liege bei eins. Aber ein paar Tweets in Verbindung mit dem Wort "Kardashian" machten ihn jetzt vielleicht berühmt - zumindest in der Twitter-Community.

Das Wissenschafts-Magazin Science wollte daraufhin wissen, welche Forscher tatsächlich als "Kardashians" bezeichnet werden können und stellte eine Liste mit den Top 50 auf. Der Astrophysiker Neil deGrasse Tyson, Direktor des Hayden Planetarium in New York und Moderator einer Fernseh-Wissenschaftsshow, steht mit 2,4 Millionen Followern und weniger als 200 Zitaten auf Platz 1. Er twittert Banalitäten zum Universum oder schlechte Witze. Der K-Index lässt allerdings auch noch auf einen ganz anderen Missstand schließen: die geringe Anzahl von Frauen in den Naturwissenschaften. Die meisten "Kardashians" sind nämlich Männer.

Einige twitternde Wissenschaftskollegen reagierten empört, andere bewiesen Humor und twitterten "I'm proud to be a Kardashian". Neil Hall selbst hat jetzt 1671 Follower.

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