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Immunisierung:Kleiner Stich, große Empörung

Ist Achilles ein Teebeutel? Peter Paul Rubens - Thetis taucht Achilles in den Styx.

(Foto: mauritius images)

Beim Impfen kochen die Emotionen im Bürgertum hoch wie bei kaum einem anderen Thema - warum? Ein Blick in die Kulturgeschichte zeigt: Es geht um mehr als Medizin.

Von Peter Richter

Bei dem Bilderzyklus, den Peter Paul Rubens in den 1630er-Jahren über das Leben des Achilles schuf, ist die dramatischste Szene keineswegs die, in welcher der Held vom tödlichen Pfeil getroffen niedersinkt. Denn das geschieht mit Eleganz und war gewissermaßen zu erwarten. Viel verstörender wirkt die Szene, in der er als Baby von seiner Mutter Thetis in den Styx getaucht wird, den Fluss an der Grenze zum Totenreich, und zwar so, als wäre er ein Teebeutel: Der Kleine steckt kopfüber schon bis zum Nabel in der schwarzen Brühe, das eine Beinchen strampelt, an dem anderen Knöchel wird er mit harter Hand gehalten - weshalb bekanntlich kein Wasser an die berühmte Ferse kam, während der Rest des Körpers unverletzbar wurde.

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