Geheimnisvolle Charlotte Rampling:Leben voller Eros und Sensibilität

Sie war das masochistische KZ-Opfer im Skandalfilm "Der Nachtportier", spielte eine Frau, die sich in einen Schimpansen verliebt, und war mit 60 noch im Erotik-Thriller "Basic Instinct 2" zu sehen. Charlotte Rampling ist bekannt für schwierige Rollen und für Provokation. Nach einer langen Filmkarriere blickt sie in der Doku "The Look" auf ihr Leben zurück. Ein Porträt in Bildern.

Anne Bohlmann

8 Bilder

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Quelle: AFP

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Sie war das masochistische KZ-Opfer im Skandalfilm "Der Nachtportier", spielte eine Frau, die sich in einen Schimpansen verliebt, und war mit 60 noch im Erotik-Thriller "Basic Instinct 2" zu sehen. Charlotte Rampling ist bekannt für schwierige Rollen und für Provokation. Nach einer langen Filmkarriere blickt sie in der Doku "The Look" auf ihr Leben zurück. Ein Porträt in Bildern.

Die Filmemacherin Angelina Maccarone dokumentiert in The Look Gespräche mit Rampling. Es geht um die großen Themen: Tabus, Dämonen, Schönheit, Alter, Liebe, Tod. Rampling spricht mit Freunden und Vertrauten, unter anderem mit Schriftsteller Paul Auster, Fotograf Juergen Teller und dessen Kollege Peter Lindbergh. So ergeben sich ...

Text und Bildauswahl: Anne Bohlmann

Kinostarts - 'The Look'

Quelle: dpa

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... sehr persönliche Einblicke in Ramplings Leben, zum Beispiel wenn sie über ihre Angst vor der Bloßstellung spricht, davor, das eigene Leben vor der Öffentlichkeit auszubreiten. Lange wollte Rampling dann auch ...

The Look, Charlotte Rampling

Quelle: Piffl

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... keinen Film über ihr Leben drehen. Sie ließ sich von Maccarone überzeugen; entstanden ist ein Film, der Rampling als gleichermaßen humorvolle, eloquente und intelligente Frau zeigt.

Ihre Karriere begann im Großbritannien der 1960er mit der Liebeskömodie Georgy Girl (1966). Die braven Mädchen-Rollen, die ihr Heimatland ihr zu bieten hatte, waren Rampling aber schnell zu wenig. Schon bald drehte sie lieber mit italienischen Regisseuren wie Luchino Visconti und Liliana Cavani. Der große Visconti war so von ihren Augen fasziniert, dass er sie für Die Verdammten (1969) haben wollte. Der Film über den Niedergang einer Industriellenfamilie während des Dritten Reichs war stark umstritten. Nicht der einzige Skandalfilm Ramplings: Fünf Jahre später spielte sie die Hauptrolle in ...

Actress Charlotte Rampling attends a ceremony at the Culture Ministry in Paris

Quelle: Reuters

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... Liliana Cavanis Der Nachtportier (1974) - ein verstörender Film über ein KZ-Opfer und dessen sadomasochistische Beziehung zu seinem ehemaligen Peiniger. Der Nachtportier wurde von der Kritik zerrissen, als "verabscheuungswürdig" bezeichnet und als "pornographisch" beschimpft.

Für Rampling öffnete der Film zahlreiche Türen. Sie spielte daraufhin in Woody Allens Stardust Memories (1980) und war in Sidney Lumets The Verdict (1982) zu sehen. Der Film über einen alkoholkranken Anwalt, der mit einem Prozess über einen Kunstfehler seine Karriere rettet, wurde für fünf Oscars nominiert.

1986 spielte Rampling in Max, mon amour eine Frau, die sich in einen Schimpansen verliebt. Der Regisseur Alan Parker, der später Evita und die Asche meiner Mutter drehte, wurde auf sie aufmerksam und gab ihr eine Rolle in Angel Heart (1987). In Parkers Erfolgsfilm macht sich ein Privatdetektiv auf die Suche nach einem verschollenen Musiker. Doch der harmlose Auftrag entpuppt sich als Teufelswerk. An der Seite von Mickey Rourke, Robert de Niro und Lisa Bonet spielt Rampling eine Wahrsagerin, die ermordet wird.

Gegen Ende der 80er wurden Rampling immer weniger anspruchsvolle Rollen angeboten. Erst gute zehn Jahre später ...

CINEMA-VENICE-FESTIVAL-RAMPLING

Quelle: AFP

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... konnte sie ihr Talent wieder in großen Filmen unter Beweis stellen. In François Ozons Unter dem Sand (2000) brillierte sie als Marie, deren Mann nicht vom Baden im Meer zurückkehrt und dessen Tod sie verleugnet. Rampling wurde für ihre sensible Darstellung hoch gelobt. Die Rolle brachte sie auch dazu, sich erneut mit dem Selbstmord ihrer älteren Schwester Sarah auseinanderzusetzen, die sich 1966 das Leben genommen hatte.

In Erinnerung an die Schwester trug Ramplings nächste Rolle in Swimming Pool (2003) den Namen Sarah. Wieder unter der Regie von François Ozon, spielte Rampling hier eine Krimi-Schriftstellerin, die bei dem Versuch ihre Schreibblockade zu überwinden, von der blonden Julie gestört wird. Angeblich ist sie die Tochter von Sarahs Verleger. Julies Aufenthalt bringt Unruhe ins Haus und führt schließlich sogar zu einem Mord. Der Film brachte ihr eine Nominierung für den César ein. Nach Unter dem Sand und Swimming Pool ist Rampling wieder regelmäßig auf der großen Leinwand zu sehen. Im Jahr 2005 ...

TO GO WITH FEATURE BC-PEOPLE-RAMPLING

Quelle: REUTERS

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... spielt sie im Film In den Süden (2005) eine Sex-Touristin aus Boston, die auf Haiti die Aufmerksamkeit sucht, die sie zu Hause nicht bekommt. Mit 60 Jahren schreckt sie vor erotischen Filmen nicht zurück und ist ...

BRITISH ACTRESS CHARLOTTE RAMPLING SMILES AS SHE ARRIVES FOR SCREENING OF JAPANESE DIRECTOR KORE-EDA HITOKAZU'S FILM "DISTANCE" AT 54TH CANNES FILM FESTIVAL

Quelle: REUTERS

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... kurz darauf als Psychotherapeutin im Erotik-Thriller Basic Instinct 2 (2006) zu sehen. Im gleichen Jahr wird sie Jury-Präsidentin der Berlinale - eine besondere Ehre. Zuletzt war Rampling ...

Melancholia, Charlotte Rampling

Quelle: Concorde

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... mit Lars von Triers Melancholia (2011) im Kino zu sehen: als Mutter von Justine und Claire, die auf den Weltuntergang warten.

© sueddeutsche.de/anbo/gr
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