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Fotos aus New York:Allein unter Millionen

Der Fotograf Luc Kordas hat eingefangen, was es in einer 8,5-Millionen-Stadt wie New York ja eigentlich nicht geben kann: Menschen in völliger Einsamkeit.

8 Bilder

Luc Kordas Loneliness in New York

Quelle: Luc Kordas

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New York ist eine Metropole. 8,5 Millionen Einwohner, groß, laut, hektisch. Kurz: viel los, wenig Ruhe. Mitten in diesem New York sitzt ein Mann und liest Zeitung. Von den Millionen Einwohnern und Touristen keine Spur. Das Einzige, was ihn umgibt, sind Schatten. Allein ist der Mann auf dem Foto auf jeden Fall. Ob er sich einsam fühlt, lässt Fotograf Luc Kordas jedoch offen.

Luc Kordas Loneliness in New York

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Der gebürtige Pole hat für seine Serie "Einsamkeit in New York" wahllos Menschen auf der Straße fotografiert. Menschen, die allein sind. Das ist alles, was sie gemein haben, ihre Biografien sind nebensächlich. Kordas sagt: "New York verströmt mehr Einsamkeit als andere Großstädte." Menschen zögen aus aller Welt in die US-Metropole, um ihr Leben zu verändern. Die Einsamkeit sei der Preis dafür, so Kordas.

Luc Kordas Loneliness in New York

Quelle: Luc Kordas

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Der Fotograf selbst, der bereits in sechs Ländern gelebt hat, verbringt gern Zeit ohne Gesellschaft. Allein zu sein, mache ihm nichts aus, sagt Kordas. Aber nicht über einen längeren Zeitraum hinweg. Dann verwandle sich Alleinsein in Einsamkeit, und das sei für Menschen nicht gesund.

Luc Kordas Loneliness in New York

Quelle: Luc Kordas

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Diesen Mann sah der Fotograf vor seinem Apartment auf Coney Island vorbeilaufen - und musste ihm umgehend folgen. Für Kordas ist seine Serie eher eine poetische Betrachtung von Einsamkeit denn eine fotojournalistische Arbeit. Ihm geht es darum, dass wir alle diese Menschen auf den Bildern sein könnten. "Wir sind alle New York."

Luc Kordas Loneliness in New York

Quelle: Luc Kordas

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Einsamkeit sei ein Leitmotiv in New York, sagt Kordas. Dieses Gefühl könnten auch Drinks nach der Arbeit oder Tinder-Dates nicht lindern.

Luc Kordas Loneliness in New York

Quelle: Luc Kordas

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Viele Menschen würden sich bei ihm melden und bestätigen, dass sie genau das fühlen, was die Bilder suggerieren, erzählt der Fotograf. Allerdings spart er alle anderen, die in New York vielleicht allein sind, sich jedoch nicht einsam fühlen, aus.

Luc Kordas Loneliness in New York

Quelle: Luc Kordas

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Kordas' Aufnahmen sind bemerkenswert, intim und distanziert zugleich. Vor allem, weil die Abgebildeten nie in die Kamera blicken, sie konzentrieren sich auf sich und ihr Leben. Der Fotograf betont, dass viele von ihnen weder das Geld noch die Zeit haben, all die kulturellen, sozialen und sonstigen zerstreuenden Möglichkeiten zu nutzen, die New York ihnen bereitstellt.

Luc Kordas Loneliness in New York

Quelle: Luc Kordas

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Auf die Idee, einige seiner Aufnahmen zu einer Serie zusammenzustellen, brachte ihn eine Kollegin. Als Street-Fotograf macht er Bilder von allem, was ihm im Alltag auffällt. "Aber, wie ein Sprichwort sagt, verrät ein Foto mehr über den Fotografen als über den Fotografierten", sagt er. Und so verraten die Bilder von Einsamkeit vielleicht am meisten über Luc Kordas selbst. In den USA nennt er sich selbst übrigens gern einen Europäer.

© SZ.de/doer/rus
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