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Fassbinder-Star und Mutter Oberin:Durchbruch unter Zadek

Auch wenn die am 7. Juli 1942 geborene Tochter eines Berliner Binnenschiffer-Ehepaars nie zum sogenannten Fassbinder-Clan zählte, schätzte sie den genialen und besessenen Filmemacher (1945-1982) sehr. "Ich habe mich bei keinem anderen Filmregisseur so aufgehoben gefühlt", sagte sie einmal. "Wir waren erst am Anfang und hatten noch viele gemeinsame Pläne."

Rosel Zech ist tot

Zuletzt spielte Rosel Zech (hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2009) in der ARD-Serie Um Himmels Willen die Mutter Oberin.

(Foto: dpa)

Mit Fassbinder zu spielen sei ein Kinderspiel gewesen, da er die Filme bereits komplett im Kopf hatte. Schon 1981 hatte Rosel Zech an der Seite von Mario Adorf in dem Fassbinder-Film Lola als neureiche Gattin mitgewirkt.

Den Bayerischen Filmpreis erhielt sie 1992 für ihre Rolle einer in Alaska arbeitenden Ostberliner Bibliothekarin in dem Percy-Adlon-Film Salmonberries, Gewinner des World Film Festivals in Montreal.

Auch das Fernsehen entdeckte das große Talent der ausdrucksstarken Darstellerin. In der Rolle der resoluten Bergarbeiter-Frau und Mutter Elfriede wurde sie in der ZDF-Serie Die Knapp-Familie 1981 erstmals einem größeren TV-Publikum bekannt.

Neben Film und Fernsehen glänzte Roselie Helga Lina Zech - wie ihr Geburtsname lautete - vor allem auf der Bühne, obwohl sie das Max-Reinhardt-Seminar in Berlin vorzeitig verließ. 1962 gab sie in Landshut ihr Debüt. 1966 holte sie Arno Wüstenhöfer an das Schauspielhaus nach Wuppertal.

Den Durchbruch am Theater erlebte Rosel Zech unter Peter Zadek. Den Stuttgarter Nachrichten erzählte sie einst: "Ich hatte aber auch einfach oft Glück. Ich verließ die Schauspielschule, weil ich dachte, da lern' ich nichts mehr. Dann hat man mich trotzdem in Landshut genommen. Anschließend in Solothurn in der Schweiz war ich auf dem absteigenden Ast. Ich hab' verzweifelt Briefe an deutsche Intendanten geschrieben. Nur einer, der Wüstenhöfer, hat reagiert, mich mit nach Wuppertal genommen. Dort traf ich Peter Zadek. Mit ihm bin ich nach Bochum und Stuttgart und dann habe ich Rainer Werner Fassbinder kennengelernt. Das hat schon etwas mit Glück zu tun."

Lebhafte Phantasiewelt im Kopf

Am Bochumer Schauspielhaus war Zech, die sich als Kind als stille Einzelgängerin mit einer lebhaften Phantasiewelt im Kopf beschrieb, eine der gefragtesten Interpretinnen.

1977 wurde sie als Hedda Gabler in dem gleichnamigen Ibsen-Drama zur Schauspielerin des Jahres gewählt. In München begeisterte sie unter anderem in der deutschen Erstaufführung von Per Olov Enquists Stück Die Bildermacher in der Rolle der schwedischen Dichterin Selma Lagerlöf. 2005 stand sie am Hamburger Schauspielhaus in Yasmina Rezas Ein spanisches Stück in der Inszenierung von Jürgen Gosch auf der Bühne. "Theater ist für mich als Schauspielerin die Königsdisziplin", sagte Rosel Zech einmal. Für ihren Beruf hat sie gelebt. Die zurückhaltende Künstlerin ohne Allüren war unverheiratet und hatte keine Kinder.