Wenn man heute an den Skandal um die fünfzehnte Documenta im Sommer 2022 denkt, fällt auf, dass damals schon alles offen zutage lag: der Antisemitismus in der heutigen Kunstwelt, seine bloß oberflächliche und halbherzige Verurteilung durch Kultur und Wissenschaft und die starke Tendenz, in den jüdischen Opfern die wahren Täter zu erkennen. Die Relativierung des Antisemitismus als postkoloniale und globalsüdliche Emanzipation, die es nun einmal hinzunehmen gelte im reichen Deutschland - die eiskalten Argumente, die sogar nach den Gräueltaten der Hamas weltweit geäußert wurden, die kursierten damals schon in Kassel.
Krisentagung zur DocumentaKunst am Nullpunkt
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Seit dem Überfall der Hamas auf Israel hat das Antisemitismus-Problem der Documenta eine neue Dimension. Ein Symposium in Kassel zeigte vor allem eines: Ratlosigkeit.
Von Nils Minkmar
