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Nachruf:Der Lehrer

Dmitri Bashkirov, Dmitri Baschkirow

Dmitri Alexandrowitsch Baschkirow (1931-2021)

(Foto: Blackmore Academy)

Unter seiner Anleitung gingen viele große Stars der Klavierszene hervor, nun ist Dmitri Alexandrowitsch Baschkirow gestorben.

Von Helmut Mauró

Natürlich konnte er alles spielen, und das Meiste mit einer technischen Leichtigkeit, die ihm maximale Freiheit in der persönlichen Gestaltung erlaubte. Man kann dies anhand einiger Beethoven-Sonaten sehr genau verfolgen. Der russische Pianist Dmitri Alexandrowitsch Baschkirow gehörte zur ersten Liga der Pianisten, verfügte nicht nur über beeindruckende Technik, sondern enorme Musikalität und Gestaltungskraft. Und, was nicht ganz selbstverständlich ist, er war ebenso gefragt als Pädagoge. Zu seinen Schülern gehören Dmitri Alesejew, Kirill Gerstein, Jonathan Gilad, Stanislav Ioudenich, Eldar Nebolsin und Arcadi Volodos - allesamt Stars der Klavierszene.

Baschkirow studierte zunächst in Tiflis bei Anastassja Wirsaladse, später in Moskau bei Alexander Goldenweiser, einem Mitschüler Rachmaninows in der Klasse von Anton Arensky. Baschkirows Teilnahme beim Pariser Marguerite-Long-Wettbewerb 1955, während des Kalten Krieges, war besonders und auch erfolgreich. Er gewann die Competition und konzertierte in der Folge international mit renommierten Orchestern. Zwei Jahre später, 1957, wurde er Professor am Moskauer Konservatorium, konzertiere weiterhin auch im Westen. Bis ins Jahr 1980, als ihm die sowjetische Regierung dies untersagte. Erst acht Jahre später, während der Präsidentschaft von Michail Gorbatschow, wurde das Reiseverbot aufgehoben. Wie viele herausragende russische Künstler ging Baschkirow Anfang der Neunzigerjahre in den Westen, wurde 1991 Leiter der Abteilung Klavier an der neu gegründeten Escuela Superior de Musica Reina Sofia in Madrid. Nebenbei unterrichtete er an der International Piano Academy Lake Como und an der Internationalen Musikakademie Liechtenstein. Bereits am Sonntag, den 7. März, verstarb Baschkirow 89-jährig in Madrid.

© SZ/Freu
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