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Die CDs der Woche - Jazzkolumne:The Dowland Project

Man kennt den Lautenspieler und Komponisten John Dowland als großen Melancholiker der Musikgeschichte. Er lebte im England Elisabeths I. von 1563 bis 1626. Manche sehen in ihm sogar so etwas wie einen Vorläufer der großen todtraurigen Sänger und Songwriter der Popmusik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie Tim Buckley oder Nick Drake.

Die CDs der Woche Jazzkolumne mit The Downland Project

The Dowland Project, eine reine Studioformation, legt jetzt ihr viertes Album "Night Sessions" vor - ein erstaunliches Dokument experimentellen Musizierens.

(Foto: ECM)

Dem Sänger John Potter gelang es 1999, Dowlands Lieder zur Laute neu zu vergegenwärtigen, als er für ein Album Jazzmusiker wie den Holzbläser John Surman und den Bassisten Barry Guy einlud. Plötzlich erlebte man Dowland so lebendig, als säße er mitten unter uns.

The Dowland Project, eine reine Studioformation, legt jetzt ihr viertes Album "Night Sessions" (ECM) vor - ein erstaunliches Dokument experimentellen Musizierens. Von Dowland ausgehend hat die Gruppe ihr Repertoire stark erweitert, schürft noch tiefer - und schert sich immer weniger um Begriffe wie Alte oder Neue Musik, Klassik oder Jazz. Achtung: Minnesänger funken vom Mars.