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Denkmäler - Dresden:Klimawandel gefährdet Parks - Rezepte für Wald keine Lösung

Dresden (dpa) - Auswirkungen des Klimawandels bedrohen auch Deutschlands Park- und Gartenanlagen vergangener Jahrhunderte. "Vor allem in den großen historischen Landschaftsgärten sind Schädigungen sehr deutlich", sagte der Chef des Vereins Schlösser und Gärten Deutschland, Michael Hörmann, am Dienstag in Dresden. Die Eigentümer der Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten forcieren daher ihre Bemühungen zum Erhalt der durch extreme Trockenheit, niedrige Grundwasserspiegel, Stürme und Schädlingsbefall gefährdeten Kulturdenkmale. Bewährte Konzepte reichten nicht mehr aus, es brauche nachhaltige Lösungen.

"Wir müssen intensiver pflegen, damit Landschaftsdenkmale erhalten werden können", sagte Hörmann. Der Verein setzt nun auf die Wissenschaft und plant einen gemeinsamen Forschungsverbund. Es werde auch mehr Geld und zusätzliche Stellen für die Gartenkunstwerke brauchen, die kulturell und touristisch bedeutend sind, sagte Hörmann. Er geht davon aus, dass im Zuge der Auswirkungen des Klimawandels in Gärten von 50 bis 70 Hektar Größe künftig pro Jahr Mehrkosten von 100 000 Euro anfallen.

Da der historische Garten ein einzigartiges Kunstwerk und wichtiges Element des kulturellen Erbes sei, sei der Wechsel auf resistente Arten wie im Wald keine Lösung, erklärte Hörmann, der auch Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ist. "Anders als im Forst können wir nicht einfach einen Baum durch einen anderen ersetzen." Die Gehölze seien so gepflanzt, wie es Künstler damals konzipierten, das müsse erhalten bleiben.

Gefragt sind Pflegemaßnahmen, um die Qualität der Anlagen zu bewahren, sowie Lösungen für absterbende Bäume. Ein Forschungsprojekt für bedeutende Altbäume, die Naturdenkmale sind, gibt es schon. Eine Erhebung zu den in den Sommern 2018 und 2019 entstandenen Schäden insgesamt gibt es laut Hörmann nicht. Aber die Gartenanlagen der Schlösser Branitz (Brandenburg), Schwetzingen (Baden-Württemberg) oder Benrath (Nordrhein-Westfalen) seien als Kunstwerk gefährdet.

Der bundesweiten Vereinigung staatlicher und nichtstaatlicher Besuchermonumente gehören staatliche, kommunale und private Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten an - vom Hambacher Schloss über das Gartenreich Dessau-Wörlitz und die Preußischen Schlösser und Gärten bis zu den Gutsdörfern Mecklenburg-Vorpommern oder den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsens. Die insgesamt rund 340 Stätten haben zusammen jährlich etwa 16 Millionen Besucher.