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Dank Lady Gaga, Adele und Lil' Wayne:Erstmals seit 2004 wieder mehr Musik-Alben verkauft

Seit Jahren beklagt die Musikindustrie einen steten Rückgang ihrer Verkaufzahlen. Und sie sieht die Schuld dafür bei den illegalen Tauschbörsen im Internet. Jetzt gibt es erstmals einen Gegentrend: In den USA werden plötzlich wieder mehr Musik-Alben verkauft - trotz der Tauschbörsen.

Steht die Musikindustrie im Zeitalter illegaler Musikangebote im Internet am Abgrund? Das aktuelle Nutzerverhalten scheint gegen diese These zu sprechen: Wer im Internet anderen Nutzern über Tauschbörsen illegal Musikdateien zur Verfügung stellt oder sie herunterlädt, gibt einer Studie zufolge auch eher Geld für Inhalte im Netz aus.

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Lady Gaga (hier bei der deutschen Bambi-Verleihung vor wenigen Tagen) ist optisch immer ein Ereignis. Und jetzt offenbar auch einer der internationalen Top-Acts, die Verkaufszahlen wieder steigen lassen.

(Foto: AFP)

In einer Umfrage der schwedischen Internet-Stiftung ".SE" gaben die Nutzer illegaler Tauschbörsen fast doppelt so häufig an, Geld bei kommerziellen Anbietern auszugeben als jene, die nie auf Tauschbörsen zugreifen.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass in den USA die Verkaufszahlen von Musikalben zum ersten Mal seit 2004 wieder gestiegen sind. Wie Bloomberg berichtet, wurden 2011 - Downloads und Datenträger zusammengerechnet - drei Prozent mehr Alben verkauft als im Jahr zuvor. Zugpferde seien Lady Gaga, die britische Sängerin Adele und der Rapper Lil' Wayne.

Von einem generellen Aufwärtstrend ist auch Jean-Bernard Levy, Chef des Medienkonzerns Vivendi, überzeugt: "Bei den Musikverkäufen lässt sich in diesem Jahr ein eindeutiger Aufschwung feststellen. Wir sind keineswegs siegesgewiss, aber die Musikindustrie könnte an einem Wendepunkt sein", sagte er in New York.

© SZ vom 17.11.2011/gr