Cannes 2012Dominanz der Männer

Michael Haneke ist wieder da und Ken Loach auch: Das Filmfestival in Cannes dominieren männliche Filmemacher über 60, während es kein einziger Film einer Frau in den Wettbewerb schaffte. Das ist politisch zwar nicht korrekt, doch die Chancen für ein hochkarätiges Festival stehen gut.

22 international zum Teil mit großer Spannung erwartete Filme im Wettbewerb, neun prominente Jury-Mitglieder, unzählige Stars: Das Filmfestival von Cannes will auch in diesem Jahr seinen Ruf als Höhepunkt des Kinojahrs verteidigen. Doch nicht alle wollen die Fassade mitpolieren. Ein kleines "Who's who" in Bildern.

Sind Frauen etwa nur dafür gut, um hübsch über den Roten Teppich zu schweben und die Gala-Feiern zu schmücken? So sieht die Realität aus, behaupten drei französische Künstlerinnen. Angesichts des Wettbewerbs, in dem alle 22 Beiträge von männlichen Regisseuren stammen, haben Fanny Cottençon, Virginie Despentes und Coline Serreau im Vorfeld des Festivals in einem offenen Brief in Le Monde und auch auf  Englisch im Guardian ihrem Unmut Luft gemacht - in Cannes zeigten die Frauen ihre Gesichter und die Männer währenddessen ihre Filme, so ihr bitteres Resumee.

In der Tat führt auch in diesem Jahr wieder eine Frau durch die Zeremonien eines Wettbewerbs, der von Männern über 60 geprägt ist: Schauspielerin Berenice Bejo, bekannt aus The Artist, hier bei einem ersten Fototermin am Dienstag in Cannes.

Bild: AFP 16. Mai 2012, 19:522012-05-16 19:52:14 © Bild- und Textauswahl: Süddeutsche.de/ihe