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Belletristik:Schau mich nicht an

tanzende Zigeunerin

Von Kunst versteht der Arbeiter Michel im Buch nichts, um so mehr aber von der Liebe: Alfred Dehodencqs "Tanzende Zigeunerin im Garten von Alcázar", 1851.

(Foto: PD)

Kurz vor seinem Tod im vergangenen Jahr beendet der spanische Schriftsteller Rafael Chirbes seinen Roman "Paris-Austerlitz". Es ist sein persönlichstes Buch geworden.

Von Ralph Hammerthaler

Am Bahnhof Austerlitz kommen in Paris die Züge aus Spanien an. In einem dieser Züge sitzt ein junger Maler, der es, nach einem Besuch bei den Eltern, kaum erwarten kann, wieder bei seiner Liebe zu sein. Romantisch gestimmt, vergleicht er die Bahnlinie mit einem Fluss, "sie ist unser Fluss, sie führt immer von dir zu mir, feste Eisenbande von Station zu Station: Madrid-Chamartín/Paris-Austerlitz." Finanziell ist er jetzt alle Sorgen los, denn der Vater überlässt ihm die Einnahmen von zwei Mietwohnungen. In der Hauptsache, der Liebe aber, beginnt alles zu bröckeln. Seine Liebe hört auf den Namen Michel. Der, gut zwanzig Jahre älter und aus ärmlichen Verhältnissen, ist bereit, alles zu geben, aber er erwartet auch, dass er alles bekommt. Früher als der junge Maler spürt Michel, dass sie scheitern werden.

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