Pumuckl-Erfinderin Ellis Kaut ist tot

Ellis Kaut

(Foto: Regina Schmeken)
  • Ellis Kaut ist im Alter von 94 Jahren in der Nähe von München gestorben.
  • Die berühmteste Figur der Kinderbuchautorin war der freche Kobold Pumuckl, dessen Schicksal sie bis zuletzt verfolgte.
  • Kaut setzte sich auch für die Förderung des Lesens ein.

Die Pumuckl-Erfinderin Ellis Kaut ist tot. Sie starb nach langer Krankheit am frühen Donnerstagmorgen im Alter von 94 Jahren in einem Pflegeheim nahe München, wie ihre Tochter Uschi Bagnall mitteilte. "Ihren 95. hat sie leider nicht mehr erleben dürfen", sagte Bagnall.

Zum 90. Geburtstag hatte sich Kaut gewünscht: "Gesundheit - und dass alle so lange leben wie ich, damit ich niemand sterben seh'." Dabei war die in Stuttgart geborene Kinderbuchautorin bis ins hohe Alter aktiv.

Das erste Münchner Kindl

Kaut, die 1938 das erste Münchner Kindl war, wollte ursprünglich Pianistin werden. Sie nahm Schauspielunterricht und studierte Bildhauerei an der Münchner Akademie. Immer schrieb sie auch Geschichten, obwohl sie das Schreiben an sich nie mochte, es erschien ihr als Qual.

Kaut und der Pumuckl

Vor allem eine: die über den Pumuckl. Zum ersten Mal trat der Kobold 1962 im Kinderprogramm des Bayerischen Rundfunks auf, machte Kaut weltberühmt - und unterhält Kinder bis heute. Mit seinem Erfolg haderte sie anfangs noch, sagte später aber: "Wir haben uns vertragen."

Bis zuletzt hatte Kaut verfolgt, wie es um "ihren" Kobold stand - und seine Abmagerungskur hatte ihr gar nicht gefallen. "Scheußlich" habe sie den schlanken Kobold gefunden, sagte ihre Tochter Uschi Bagnall. Der Stuttgarter Kosmos-Verlags Verlag hatte den Helden für eine neue Ausgabe moderner zeichnen lassen, ohne konkrete Vorgaben zu machen. Der Illustrator hatte ihn daraufhin sportlicher und schlanker gestaltet - und damit empörte Reaktionen der Fans ausgelöst. Schnell war klar, dass Pumuckl seinen Bauch zurückbekommt.

Mehr als nur Pumuckl

Eine Erfolgsstory wurden neben Pumuckl die 120 Geschichten vom "Kater Musch". Außerdem trieb "Uli der Fehlerteufel" - mit vollem Namen Ulimantulus Irrichmich - in den 70er und 80er Jahren sein "Unwesen" in Rechtschreibfibeln westdeutscher Schüler. Er verdrehte Buchstaben, stahl Satzzeichen oder ganze Wörter - die Kinder mussten die Fehler berichtigen.

Damit Kinder auch in der Zukunft "Pumuckl", "Kater Musch" und viele andere Geschichten lesen können und zugleich möglichst wenig Fehler machen, rief Kaut schon vor Jahren eine Stiftung zur Förderung des Lesens und der Kinderliteratur ins Leben, die sie später an die Internationale Jugendbibliothek in München übergab. Durch Lesen könne man unglaublich viel lernen, argumentierte sie.