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Whistleblower:Wer redet, fliegt raus

Anzug

Eine fristlose Kündigung ist das schärfste Schwert, das ein Arbeitgeber gegen einen ungeliebten Whistleblower führen kann.

(Foto: Hunters Race / Unsplash)

Missstände am Arbeitsplatz öffentlich zu machen, ist riskant. Was man wissen muss, wenn man auf illegale Vorgänge oder unethisches Verhalten hinweisen will.

Von Ina Reinsch

Vor einigen Wochen sorgte ein Video im Internet für Aufsehen. Es zeigt die Kantine des Fleischfabrikanten Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Dort war es zu einem Corona-Ausbruch mit mehr als 1500 Infizierten gekommen. Zu sehen sind viele Mitarbeiter, die dicht gedrängt ihr Essen einnehmen. Aus dem Off fragt eine weibliche Stimme: "Wie sollen wir uns hier schützen?" Ob das Video vor oder nach dem Inkrafttreten der Corona-Maßnahmen erstellt wurde, ist umstritten. Doch es rückte den Schlachtbetrieb in ein schlechtes Licht und hatte prompt Konsequenzen. Nach internen Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Film von einer Mitarbeiterin der Catering-Firma gedreht wurde, die die Kantine bei Tönnies betreibt. Noch im April wurde ihr von ihrem Arbeitgeber fristlos gekündigt.

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