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Unterbrechungen im Arbeitsalltag:Jetzt nicht!

Spiele Wie nah sind Sie dem Burn-out?

Stress-Test

Wie nah sind Sie dem Burn-out?

Sie sind überlastet, erholen sich schlecht und denken am Wochenende ständig an die Arbeit? Dann droht ein Burn-out. Der Test zeigt es.

Und plötzlich streikt auch noch der Computer. Viele Arbeitnehmer sind im Job mit Unterbrechungen aller Art konfrontiert. Der Zwang zum Multitasking kann auf Dauer krank machen - doch es gibt Maßnahmen, das Stresslevel zu reduzieren.

Das Telefon klingelt, die Kollegin winkt, eine dringende E-Mail muss beantwortet werden. Dabei war es doch gerade endlich gelungen, eine wichtige Aufgabe in Angriff zu nehmen. Durch Ablenkungen bei der Arbeit kann ein guter Gedanke einfach verloren gehen. Das wusste bereits Albert Einstein, in dessen Haus es kein Telefon gab. Wer ihn erreichen wollte, musste beim Nachbarn anrufen und die Nachricht an ihn übermitteln lassen.

Für viele Arbeitnehmer sind Unterbrechungen im Job zu einer psychischen Belastung geworden, sagt Markus Schulte von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua). Er beruft sich dabei auf den "Stressreport" der Baua. Danach muss fast jeder zweite Angestellte seine Arbeit oft unterbrechen. 60 Prozent sind außerdem unter Druck, weil sie mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Für die Studie wurden die Angaben von fast 18.000 Arbeitnehmern ausgewertet.

E-Mails, Telefonate, streikende Technik

Zu den typischen Arbeitsunterbrechungen gehören E-Mails, Telefonate, Gespräche mit Kollegen und streikende Technik, etwa ein nicht funktionierender Computer, erklärt Anja Baethge, Psychologin und Autorin mehrerer Studien zum Thema Arbeitsunterbrechungen. Wenn die Konzentration erst einmal dahin ist, hat das Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Die Folge sei, dass Fehler passieren oder Arbeitnehmer ihre Tagesziele nicht erreichen.

Hinzu kommt, dass die Belastung durch Unterbrechungen auf Dauer der Gesundheit schaden kann. "Das führt dazu, dass man in der Freizeit schlechter abschalten und sich erholen kann", warnt Thomas Rigotti, Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Mainz. Wer häufig und anhaltend psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz ausgesetzt ist, riskiere möglicherweise sogar ein Burnout-Syndrom, eine Depression oder Herzerkrankungen.