Tipps für augenschonendes Arbeiten:"Je höher die Helligkeit, desto langsamer wächst das Auge"

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Eine Ausnahme ist Australien.

Ja. In Australien leiden unterdurchschnittlich wenige Menschen an Kurzsichtigkeit, genauso wie übrigens in Dänemark. Vermutet wird, dass das unter anderem mit weniger strengen Schulsystemen zu tun hat. Man sagt: Je schärfer die Ausbildung, desto höher die Myopie-Häufigkeit - und umgekehrt. An australischen Schulen beispielsweise gibt es am Nachmittag häufig Sportangebote, oder man kann Theater spielen. So was ist für die Augen besser, als den ganzen Tag im Klassenzimmer zu verbringen. Darüber hinaus hat Australien natürlich auch enorm viel Sonne.

Wer einen Bürojob hat, kommt nicht um Bildschirme herum. Was kann man tun, um möglichst augenfreundlich zu arbeiten?

Entscheidend ist der Abstand zum Bildschirm. In Studien mit Schülern hat sich gezeigt: Je geringer der Sehabstand beim Lesen, desto größer das Risiko für Kurzsichtigkeit. Ergo: Der Bildschirm gehört ans Ende des Schreibtischs und ein großer Bildschirm ist besser als ein kleiner. Der Abstand sollte mindestens 50 Zentimeter betragen, besser ist ein Meter.

Und dazu die Helligkeit des Bildschirms auf das Maximum einstellen und für Festbeleuchtung sorgen?

Das kann man machen. Es gilt: Je höher die Helligkeit, desto langsamer wächst das Auge. Aktuell wird viel dazu geforscht, wie viel Lux es braucht, um das Wachstum zu stoppen. Allerdings sollte man sich nicht zu viel versprechen, denn an die Helligkeit in der Natur wird man kaum herankommen. An einem Sonnentag haben wir um die 100 000 Lux. Ich würde deshalb eher empfehlen, so oft wie möglich nach draußen zu gehen. Laufen Sie in der Mittagspause um den Block und verbringen Sie Ihren Feierabend so oft wie möglich im Freien.

Gutes Stichwort. Smartphone, Tablet, Fernseher - auch nach der Arbeit sind Bildschirme allgegenwärtig. Gibt es Technik-Trends, die besonders augenschonend sind, HD-TV zum Beispiel?

Viele Laien denken, das Flimmern des Bildschirms sei schädlich für die Augen. Aber wie schon gesagt: Der Abstand ist heikel - und der ist beim Fernsehen in der Regel größer als beim Arbeiten vor dem PC. Umso mehr bei den neuen TV-Geräten mit ihren enormen Bildschirmdiagonalen. Wer ein kleines Kino im Wohnzimmer hat, bewegt auch die Augen mehr. Das beugt Sehfehlern ebenfalls vor.

Was ist der beste Rat, den Sie geben können: Öfter mal die Augen zu, damit sie sich erholen können?

Geschlossene Augen helfen eher dem Gehirn als dem Auge bei der Regeneration. Besser für die Augen ist es, den Blick immer wieder in die Ferne schweifen zu lassen. Experimente haben gezeigt, dass das ein Wachstumshemmer ist.

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