bedeckt München 26°

Studieren mit Kind:Balanceakt zwischen Hörsaal und Kinderzimmer

Der Abgabetermin für die Hausarbeit rückt immer näher - und das Baby schreit. Wer Nachwuchs und Studium parallel managen will, braucht vor allem eines.

Für Studenten ist es oft schon ein Spagat, ihre Vorlesungen und einen Nebenjob miteinander zu vereinbaren. Richtig kompliziert wird es aber, wenn noch ein Kind hinzukommt. Lernen, jobben und die Kinderbetreuung aufeinander abzustimmen, ist schon ein kleines Kunststück. "Viele sind damit am Anfang überfordert", sagt Anke van Kempen, Sprecherin des Studentenwerks München. Gerade durch die verschulten Studienpläne im Bachelor ist es noch schwieriger geworden, den Uni-Tag zu zu organisieren.

Studieren mit Kind erfordert viel Organisationstalent

Baby an Bord: Für studentische Eltern ist es nicht einfach, das Lernen und die Kinderbetreuung parallel zu organisieren.

(Foto: dpa-tmn)

Die Hochschulen bieten aber spezielle Hilfen für Studenten mit Kindern an, damit diese den Elternalltag besser bewältigen können. An der Freien Universität (FU) Berlin werden sie zum Beispiel bevorzugt für Seminare zugelassen, erklärt Michaela Volkmann vom Familienbüro der Uni. So können sie beliebte Seminare auch zu Zeiten besuchen, in denen Kindertagesstätten geöffnet sind. Ob das auch anderorts möglich ist, erfragen Studenten am besten bei ihrer Hochschulverwaltung.

Studenten mit einem neugeborenen Kind müssen sich außerdem gut überlegen, was sie pro Semester schaffen können. Sie sollten sich daher nicht gleich 30 Stunden pro Woche aufhalsen, sondern Zeitpuffer in ihren Alltag einbauen, rät van Kempen. Vielleicht sind aber auch die Großeltern bereit, ab und zu auf das Kind aufzupassen, während die Eltern studieren oder jobben. Das müssen Studenten aber rechtzeitig mit Oma und Opa absprechen. Diese sollten daher schon früh in die Planungen einbezogen werden.

Haben die Großeltern keine Zeit, können Studenten mit Kind auf die Betreuungsangebote der Hochschulen zurückgreifen. Die Wartelisten für die Kindertagesstätten sind jedoch sehr lang. Sobald man schwanger ist, sollte man sich nach diesen Angeboten erkundigen, rät van Kempen. An der FU Berlin gibt es auch Räume zum Stillen und Wickeln. Mütter können so auch an der Uni ihr Kind versorgen, wenn sie noch kurz in die Bibliothek müssen.