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Studentenproteste:Kampf den Bürokraten!

Eine Enttäuschung wie die Bologna-Reform darf es nicht noch einmal geben. Politiker und Rektoren müssen jetzt gemeinsam an Verbesserungen arbeiten.

Lange Zeit haben Politiker und Rektoren gedacht, sie könnten sich mit der Studienreform an der kritischen Öffentlichkeit vorbeimogeln. Das ist schiefgegangen. Warnende Stimmen gab es genug, aber erst die Proteste der Studenten haben zur Einsicht geführt, dass es so nicht weitergehen kann. Es wäre ein schöner Erfolg für die Studenten, wenn sich alle Beteiligten nun zusammensetzten, um so konstruktiv und konkret wie möglich über Verbesserungen zu beraten.

Ihre Proteste sorgen für Aufmerksamkeit. Es wäre ein schöner Erfolg für die Studenten, wenn sich jetzt endlich alle Beteiligten zusammensetzten, um über Verbesserungen zu beraten.

(Foto: Foto: dpa)

Der Name verrät schon alles

Der Prüfungsdruck ist zu hoch, die Freiräume im Studium sind zu gering, die Seminare zu groß. Viele Probleme müssen an den einzelnen Unis gelöst werden, nötig sind aber auch bundesweite Absprachen. Denn bei aller wünschenswerten Vielfalt muss der Wechsel von einer Uni zur anderen leichter werden. Bisher hat man die Kontrolle der reformierten Studiengänge in die Hände sogenannter Akkreditierungsagenturen gelegt. Der Name verrät schon alles. Eine der größten Reformen, welche die Hochschulen je bewältigen sollten, überließ man Funktionären und Bürokraten. Die Professoren machten meist leidenschaftslos mit. Und den Studenten blieb zunächst wenig anderes übrig, als sich zu fügen.

Die Zeiten davor waren alles andere als großartig

Die Bologna-Reform mit Bachelor und Master hätte ein Aufbruch werden müssen. Die Zeiten davor waren ja alles andere als großartig, auch wenn einige nun so tun, als sei früher alles besser gewesen. Zum Aufbruch kam es nicht, zehn Jahre wurde lieblos, rücksichtslos und ohne ausreichende Finanzierung an den Unis herumreformiert. Gipfel-Treffen werden gerne großspurig angekündigt, enden dann aber oft mit Enttäuschungen. Sollte es zum Bologna-Gipfel kommen, wissen alle: Eine weitere Enttäuschung darf es nicht geben.