Richtig vortragen im Job:"Manche müssen mehr Aufwand betreiben"

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Außerdem sollten die Sprechgeschwindigkeit und das Tempo, in dem der Vortragende seine Charts durchklickt, aufeinander abgestimmt sein, rät Ditko. Sinnvoll sei etwa ein Chart pro zwei Minuten Redezeit. Dabei gilt: "Sprich nie zu schnell!" Schnellen Rednern kann das Publikum nicht folgen. Ebenso tödlich ist es, übermäßig langsam zu sprechen. Besser sei es, kurze Sätze flott durchzusprechen, rät Teuchert. Stimmsenkungen und Pausen geben den flott vorgetragenen Sätzen Struktur. In entspannten Alltagssituationen senke der Mensch automatisch nach jeder Sinneinheit die Stimme und mache eine kurze Pause, erklärt Teuchert. Bei Vorträgen vergessen das viele, denn sie wissen ja schon, welche Sinneinheit als nächstes folgt - im Gegensatz zu den Zuhörern.

Eine Sinneinheit sollte etwas weniger als zehn Sekunden dauern. "In drei Minuten sollten es schon 18 bis 20 Stimmsenkungen gewesen sein", sagt die Expertin. In Kombination mit Pausen bieten sie dem Publikum nicht nur Gelegenheit, das Gesagte zu reflektieren und zu speichern. Deutliche Stimmsenkungen sind auch Glaubwürdigkeitsmerkmale. "Das strahlt Seriosität aus."

Piepsige Stimme, Angst vor Menschen, null Stressresistenz - gibt es auch hoffnungslose Fälle? "Nein, aber es gibt Menschen, die müssen mehr Aufwand betreiben als andere", sagt Schürmann. Das kann zwei Gründe haben: physische wie eine von Natur aus hohe Stimme, oder Erfahrungen in Kindheit und Jugend. "Wer immer am besten durchgekommen ist, wenn er leise und zurückhaltend war, verhält sich später auch so." Er hält also auch seine Vorträge leise und zurückhaltend - für Zuhörer die Hölle. "Der kann aber auch anders", sagt Schürmann. Das brauche Disziplin und die Bereitschaft, sich sehr ungewohnt zu verhalten. Nicht nur das eigene neue Verhalten sei dann ungewohnt, auch die Reaktionen darauf werden völlig neu sein. "Da kriegen viele zunächst einen Schreck."

Bei vielen Rednern gefürchtet ist der Frosch im Hals. Wieder sei vermutlich Anspannung die Ursache, sagt Teuchert. "Nicht räuspern", ist ihr Tipp. Besser sei schlucken. Bleibt vor Schreck die Spucke weg, hilft auch ein Wasserglas auf dem Rednerpult. Schlucken entspanne den Kehlkopf. "Das dauert auch nicht länger als Räuspern und ist auch noch ein angenehmeres Gefühl."

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