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Online-Profil:Ein professioneller Internetauftritt wird wichtiger

Um auf dem flexiblen Arbeitsmarkt der Zukunft gut mithalten zu können und für neue Auftraggeber sichtbar zu sein, wird der Fähigkeit zum digitalen Selbstmarketing eine Schlüsselrolle zukommen. Denn Auftraggeber und Auftragnehmer werden aller Voraussicht nach in erster Linie über die sozialen Medien zusammenfinden. Sie werden entweder anhand ihrer Internetprofile identifiziert oder sogar mittels intelligenter Algorithmen - wie Jobclipr, Skjlls, Talentsconnect oder Truffls - vollautomatisch gematcht.

Umso wichtiger wird es also, einen professionellen Internetauftritt hinzulegen, der vernetzt ist mit den wichtigsten Accounts, Portalen und Netzwerken, um eben eine schlüssige digitale Identität zu haben. Der freiberufliche Physiotherapeut sollte in Zukunft also nicht nur über eine eigene Homepage mit seinen wichtigsten Kompetenzen und beruflichen Stationen zu finden sein, sondern zugleich auf Xing, Linkedin, Facebook und Instagram sowie den relevantesten Job-Portalen, um dort ein stimmiges Netzwerk zu präsentieren und eine maximale Reichweite zu erlangen.

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"Was mit analogen Mitteln nur schwerlich möglich ist, wird durch die neuen digitalen Kanäle einfacher und um ein Vielfaches schneller", sagt Holger Ahrens von der Hamburger Beratungsfirma "Die Profiloptimierer". Er rät: "Teilen Sie Informationen im Netzwerk und verbinden Sie sich vorausschauend und bewusst mit Kunden, Kollegen, Lieferanten und Organisationen." Auch Arbeitgeber profitierten von dem größer werdenden Fundus an Bewerbern, die man nicht nur nach klassischem Lebenslauf, sondern auch nach Aktivitäten im Zusammenspiel mit anderen erleben kann, so Ahrens.

Haben wir keine andere Wahl, als künftig zu unserer eigenen digitalen Marke zu werden? Es sieht ganz so aus. Randi Zuckerberg, die Schwester von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, pries bereits vor acht Jahren in einem Interview mit der ZDF-Sendung "Elektrischer Reporter" die Möglichkeit, dass jeder Mensch mithilfe von Diensten wie Facebook eine eigene öffentliche Marke werden könne.

Doch die Eigen-PR im Netz birgt auch Gefahren. Nicht nur Sicherheitslücken, Phishing, Identitätsdiebstahl mögen den Weg zum nächsten Auftrag verbauen, auch mangelhafte digitale Fähigkeiten oder sorglose Profilpflege (Katzen-Fotos, verwackelte Videos, alkoholreicher Junggesellenabschied) können dazu führen, dass man seine Chancen verspielt. Schließlich recherchieren die meisten Personalabteilungen längst online, viele Recruiter und Headhunter konzentrieren sich ausschließlich auf die Onlinesuche in Business-Portalen mittels spezieller Recherche-Accounts.

Klingt alles anstrengend und bedrohlich? Es sollte trotzdem kein Grund sein, den Kopf in den Sand stecken. Denn die Digitalisierung vernichtet nicht nur Jobs, sondern schafft auch neue Berufsbilder. Wie den Social-Media-Berater oder den Reputationsexperten. Ein Anruf, eine Beratung - und schon stimmt das Profil.

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