Modellversuch in Berlin "Deutsch-Garantie" in der Grundschule

Eine Berliner Schule mit hohem Ausländeranteil lockt Eltern aus der Mittelschicht mit "Deutsch-Garantie" in gesonderten Klassen - und hat Erfolg.

Wenn deutsche Eltern ihre Kinder aus der Schule nehmen, weil ihnen der Ausländeranteil in den Klassen zu hoch ist, fangen Schulen an, um Schüler zu kämpfen. Manchmal mit Erfolg.

Das Interesse an der Modellklasse mit "Deutsch-Garantie" der Gustav-Falke-Schule ist groß.

(Foto: Foto: dpa)

So sieht es derzeit gut aus für die Gustav-Falke-Schule in Berlin-Wedding, die jüngst mit einer geplanten Modellklasse mit "Deutsch-Garantie" von sich reden machte. Die Schule in dem sozial schwachen Kiez mit hohem Ausländeranteil hatte in den vergangenen Monaten mit großem Engagement im angrenzenden Bezirk Berlin-Mitte um deutsche Eltern aus der Mittelschicht geworben: Für ihre Kinder soll eine Modellklasse mit kleiner Schülerzahl, Top-Ausstattung, Englisch ab der ersten Klasse und Naturwissenschafts-Schwerpunkt eingerichtet werden.

Für die Zulassung muss ein Deutsch-Test bestanden werden - außerdem soll die Hälfte der Schüler deutscher Herkunft sein. Die Elterngremien der Grundschule hatten dies einstimmig befürwortet.

Für die künftige Modellklasse lagen zwei Tage vor Ablauf der Anmeldefrist für Erstklässler bereits 28 Bewerbungen vor. "Ein Teil davon sind allerdings Doppelanmeldungen, wo die Eltern sich gleichzeitig für verschiedene Schulen beworben haben. Und auch den Deutsch-Test müssen die Kinder erst noch bestehen", sagte Schulleiterin Karin Müller. Bis diesen Freitag werden noch zahlreiche weitere Anmeldungen erwartet.

Bis Anfang Dezember dauern die Deutsch-Tests. Danach wird sich zeigen, ob der im Vorfeld bereits mit viel Zuspruch bedachte Schulversuch im Sommer starten kann. Da zum nächsten Schuljahr die Klassengrößen in Berlin verkleinert werden, reichen statt der vorher avisierten 24 Kinder sogar nur 21 aus, um die Modellklasse einzurichten. Zuletzt gingen die Schülerzahlen an der Gustav-Falke-Schule stetig zurück, derzeit haben dort neun von zehn Kindern ausländische Wurzeln.