Karriere "Im Arbeitsleben sind wir keine Familie"

Reinhard K. Sprenger: "Kluge Menschen haben in dummen Organisationen keine Chance. Unangepasste noch weniger. Entweder sie legen sich hin oder gehen wieder."

(Foto: REUTERS)

Der Autor und Philosoph Reinhard K. Sprenger hält wenig von der heutigen Arbeitskultur. Ein Gespräch über Ehrgeizlinge als Führungskraft, zartbesaitete Angestellte und warum Jahresgespräche nur Erniedrigungsbürokratie sind.

Von Bettina Weber

SZ: In den meisten Firmen müssen sie geführt werden, obschon sie kaum jemand mag und sie meist nur eine lästige Pro-forma-Übung sind: die Jahresgespräche. Weshalb wird trotzdem an ihnen festgehalten?

Reinhard K. Sprenger: Die Jahresgespräche sind ein Sieg der Bürokratie über die Marktdynamik, der Ordnung über die Vernunft. Sie sind veraltet, behäbig und gehören abgeschafft.

Wieso denn das?

Sehen Sie, die Idee der Jahresgespräche entstand in den Fünfziger-, Sechzigerjahren im Rahmen der damaligen Humanisierung der Arbeitswelt. Man hatte gemerkt, dass ...

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