Bewerbung: Polierter Lebenslauf Verschönern ist erlaubt - manchmal

Da dürfe man getrost falsche Angaben machen. Je nach Stelle aber muss man blankziehen: Busfahrer, Ärzte oder Lebensmittelkontrolleure müssen Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben. Und ein Bankangestellter darf sich nicht sperren, wenn er nach seinen Vermögensverhältnissen gefragt wird.

Die Auszeit in Asien wird zur Bildungsreise

Wer nur schönt, braucht sich erst mal keine Sorgen zu machen. "Beim Verschönern bleibt der Kern einer Aussage erhalten. Zum Beispiel, wenn ein Kandidat die Note Vier marginalisiert, sie neben anderen Angaben versteckt oder klarmacht, dass sie im Kontext des Stellenangebots von geringer Bedeutung ist", sagt Arbeitsrechtlerin Zange.

Aber gilt das auch für die Auszeit in Asien, die man zur Bildungsreise deklariert? Verklären dürfe man alles, was "für die Begründung des Arbeitsverhältnisses nicht entscheidend ist", sagt Zange. "Wenn die angebliche Bildungsreise bei Vertragsschluss keine Rolle spielt, dann wird eine falsche Angabe hierzu arbeitsrechtlich irrelevant bleiben."

Allerdings, so Zange, sei anzunehmen, dass alle vorgelegten Bewerbungsunterlagen sowie sämtliche Angaben im Lebenslauf Einfluss auf eine Stellenbesetzung haben. Schließlich soll der Hinweis auf die Reise ein internationales Profil suggerieren, und das sei je nach Aufgabenbereich durchaus eine wichtige Qualifikation. Daher: Vorsicht bei allzu leichtsinnigen Übertreibungen.